Magdeburg l Er ist wieder hier, in seinem Revier ... Robert Weber, der SCM-Torjäger vom Dienst, ist von insgesamt sieben Nationalspielern der Erste, der von den Weltmeisterschaften in Katar zurück und gestern ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Die Eindrücke, die der Österreicher mit seinem Team in Katar gewonnen hat, sind nach der Rückreise am 26. Januar und ein paar Tagen Heimat-Kurzurlaub mit der Familie im tiefverschneiten Voralberg nicht mehr ganz taufrisch, aber immer noch sehr präsent.

"Die WM an sich war schon ein tolles Erlebnis. Pompöse Hallen, Wolkenkratzer, Hotels - das war alles Luxus pur. Auch das Turnier war top-organisiert - von den Hallenzeiten bis hin zum Transport. Da kann man wirklich nicht meckern." Was ihn allerdings gestört habe, waren die leeren Hallen. "Spaß macht das nicht, wenn kaum Zuschauer da sind, da lob ich mir meinen SCM. Schon allein deswegen freue ich mich riesig auf den Auftakt am 15. Februar gegen Gummersbach vor proppevollen Rängen", hatte Weber am Montagmorgen bereits schon wieder Bundesliga-Witterung aufgenommen. "Das ist schon komisch: Erst ist man froh, dass man mal rauskommt aus dem Trott und mit der Nationalmannschaft unterwegs ist, und am Ende freut man sich tierisch darauf, wieder daheim zu sein und mit den Jungs im Verein Handball zu spielen."

Normalerweise ist der wieselflinke Rechtsaußen, der sich mit 42 Toren in sechs Spielen auf Rang neun der Top-Torschützen der WM geballert hat ("Yeah - ich konnte meinen Schnitt aus der Bundesliga von sieben Toren halten."), ein positiv denkender Mensch und sein Blick ist stets nach vorn gewandt. Dennoch gibt Weber zu, noch ein paar "Nachwehen" zu spüren. Denn die überwiegend positiven WM-Eindrücke und der sportliche Achtungserfolg der "Ösis" mit dem Einzug ins Achtelfinale als Gruppendritter hatten durch das letzte Spiel ein "Geschmäckle" bekommen. "Das Ausscheiden gegen Katar hat das Ganze doch ein wenig getrübt. Ich denke, wir waren klar die bessere Mannschaft und hätten das Viertelfinale verdient gehabt." Normalerweise halte er sich mit Kritik an Schiedsrichtern zurück, "aber was da gepfiffen wurde, das war echt krass. Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, dass wir sechs, sieben Gegenstöße nicht unterkriegen, darf in so einem wichtigen Spiel eben auch nicht passieren."

Doch weil sich die Vergangenheit nicht mehr ändern lasse, nimmt der Top-Torschütze der Liga ein neues Ziel ins Visier: "Wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben, und unsere Siegesserie fortsetzen." Zur Vorbereitung bleiben zwar nur noch zwei Wochen, "aber vielleicht können wir das nutzen, dass jeder von uns, der bei der WM war, dort gute Leistungen gezeigt hat und top drauf ist".