Magdeburg/Flensburg l Die "Hölle Nord" macht sich bereit für ein Handball-Halleluja. Bereits am Montag waren nur noch Stehplatzkarten für die heutige Partie erhältlich. Wenn die Magdeburger also um 19 Uhr in der wahrscheinlich ausverkauften Flens-Arena auflaufen, dann wird die Luft nahezu brennen.

Kein Wunder bei der Brisanz, die in dem packenden Verfolgerduell steckt: Der Tabellendritte Flensburg trifft auf den Tabellenvierten SCM. Die SG hat in dieser Saison von bisher zehn Heimspielen nur ein einziges verloren. Und nicht zuletzt hat die Mannschaft von Erfolgscoach Ljubomir Vranjes das Hinspiel im September in der Getec-Arena verloren. "Dafür wollen wir uns mit einer starken Leistung revanchieren", wirft der Rückraumrechte der SG, Johan Jakobsson, alsgleich den Fehdehandschuh in Richtung der Gäste.

Die nehmen die Herausforderung allerdingst gerne und mit breiter Brust an. "Wir fahren nach Flensburg, um zu gewinnen", hatte Trainer Geir Sveinsson, dem im kühlen Norden der komplette Kader zur Verfügung stehen wird, sofort nach dem Heimsieg gegen Gummersbach vor drei Tagen unmissverständlich erklärt.

Auch der nach einer Magen-Darm-Grippe genesene Matthias Musche gibt sich kämpferisch: "Die SG ist eine Riesen-Mannschaft, und wir wissen, dass es gerade auswärts eine extrem schwere Aufgabe ist. Da muss bei uns schon alles passen." Aber wann, wenn nicht nach einer solchen Siegesserie wie der jetzigen, sollte das der Fall sein und gelingen? Musche: "Wir fahren auf jeden Fall mit großem Selbstvertrauen nach Flensburg."

Mit einem Gefühl der Sicherheit hat auch Marko Bezjak seine Tasche gepackt. Der Spielmacher, der trotz WM-Müdigkeit gegen Gummersbach nicht nur eine überzeugende Leistung in der Regie bot (nur 5 technische Fehler), sondern mit fünf Treffern auch Torgefahr ausstrahlte, erklärte dazu: "Nachdem wir nur eine Woche gemeinsam trainiert haben, dachte ich, wir brauchen etwas länger, um unseren Rhythmus zu finden. Doch das Gefühl fürs Spiel war gegen den VfL nach kurzer Zeit schon wieder da. Das war gut."

Dass es in Flensburg schwer werden wird, "unsere Serie fortzusetzen, das wissen natürlich wir alle. Aber wir werden alles versuchen", so der slowenische Nationalspieler, "aber es wäre auch kein Weltuntergang, wenn die Serie reißt - wie sagt unser Trainer immer so schön: Was kommt, das kommt."

Rein statistisch gesehen ist die SG der klare Favorit: Von den bisherigen 52 Vergleichen hat Flensburg 29 gewonnen, 21-mal hatte der SCM die Nase vorn, zweimal trennten man sich remis. Erschwerend komme hinzu, so Bezjak, dass die beiden Blitz-Transfers Jakob Macke und Ahmed Elahmar noch relativ unbeschriebene Blätter sind: "Die sind neu in der Liga, da muss man besonders aufpassen." Auf der anderen Seite würden mit Glandorf Heindl und Gottfridsson drei wichtige Spieler fehlen. Bezjak: "Das könnte wiederum ein Vorteil für uns sein."