Magdeburg l Der SCM hat zum 1. März fristgerecht die Lizenzunterlagen für die Bundesligasaison 2015/2016 bei der Handball-Bundesliga (HBL) eingereicht. Dazu führte Volksstimme-Redakteurin Janette Beck am Rande des Heimspiels gegen Hannover ein Gespräch mit Geschäftsführer Marc Schmedt:

Volksstimme: Zweimal in Folge hat der SCM die Lizenz ohne Wenn und Aber im ersten Anlauf bekommen. Werden aller guten Dinge drei?
Marc Schmedt: Davon gehe ich aus. Wir rechnen erneut mit einer auflagenfreien Lizenz für die kommende Spielzeit, da wir unseren Sanierungsprozess nahezu abgeschlossen haben.

Was heißt nahezu? Vor einem Jahr bezifferten Sie die Altschulden bei unter 250 000 Euro, wie viel sind es zum aktuellen Zeitpunkt?
Die bewegen sich im niedrigen fünfstelligen Bereich. Dabei spreche ich vom Stichtag 31. Dezember des Geschäftsjahres 2014. Was sich in dem halben Jahr bis zum Saisonende noch tut, ist da also nicht mit eingerechnet.

Wie verhält sich das ganze Prozedere beim Lizensierungsantrag, wenn ein Verein wie der SCM die Aussicht hat, in der nächsten Saison im Europacup zu spielen, ja sogar die Champions League möglich scheint. Muss man da, was die Finanzierung betrifft, doppelgleisig fahren?
Der Etat für die kommende Saison ist gesichert und bewegt sich in den gleichen Größenordnungen wie in diesem Jahr, und wie immer sind unsere Planungen konservativ. Und das, obwohl wir mit einem Start im Europacup rechnen. Dieser Posten macht rund zehn Prozent des Gesamtetats aus. Aber diese Mehrkosten gleichen sich normalerweise mit den Einnahmen durch Zuschauer- und Sponsorengelder wieder aus. Auch in der Königsklasse geht man im Allgemeinen von Plus-Minus- Null aus - zumal es da ungewiss ist, wie weit man kommt.

Die Zuschauerzahlen entwickeln sich äußerst positiv. Geplant hatte der SCM für diese Saison mit 5300 Zuschauern im Schnitt. Inzwischen wurde die 6000er-Marke geknackt. Zusätzliches Geld, das der Verein gut in weitere Spielerverpflichtungen stecken könnte?

Wenn wir europäisch spielen und die Tabellenregion, in der wir uns jetzt bewegen, bestätigen und festigen wollen, dann ist klar, dass auch die personellen Anforderungen größer werden. Soll heißen, wir müssen in der Breite und in der Qualität etwas zulegen.