Magdeburg l Von der Kinderabteilung des TSV Chemie Premnitz über die Jugendteams und Youngsters des SCM bis hin zu aktuell sechs Bundesligaeinsätzen - dieser Durchmarsch von Alexander Saul in nur sieben Jahren kann sich sehen lassen. Vorläufige Höhepunkte in der Karriere des 19-jährigen Rückraumspielers, der von seinem früher in der DDR-Liga und heute bei den Alten Herren in Premnitz Handball spielenden Vater Martin mit dem SCM-Virus infiziert wurde, waren die letzten beiden Punktspiele. Sowohl beim Heimspiel gegen Lemgo (36:24) als auch in Wetzlar (31:31) musste Saul für den verletzten Andreas Rojewski in die Bresche springen. Und er krönte seine Einsätze als "Feuerwehrmann" mit drei und zwei Toren.

Bereits nach seinem Bundesliga-Debüt vor vier Monaten gegen Friesenheim erklärte der Linkshänder im Gefühlsrausch: "Das war der pure Wahnsinn, und mein erstes Tor ein überwältigender Moment. Ich bin der glücklichste Mensch auf Erden." Damals hätte er sich nicht träumen lassen, dass es noch besser kommt: "Es ist was ganz anderes, wenn du weißt, ein Stammspieler fällt aus, du musst ran und bekommst auf jeden Fall mehr Spielanteile. Und das auch noch auf deiner angestammten Position", meint der Rückraumrechte, der bis dahin nur sporadisch auf Rechtsaußen ausgeholfen hatte.

Das höchste der Gefühle sei es aber, wenn man als Youngster wie in Wetzlar in einer Phase, wo es eng ist, ins Feuer geschickt wird. "Dann auch noch zwei wichtige Tore zu schießen, ist ein geiles Gefühl. Aber ich wäre noch glücklicher gewesen, wenn wir beide Punkte mit nach Hause genommen hätten", gibt der Polizei-Azubi zu.

Darüberhinaus macht Saul auch kein Hehl daraus, dass er ob der gewachsenen Verantwortung "die Nächte vor den Spielen nicht ganz so gut geschlafen" habe. Zwar sei das Ganze nicht mehr so neu für ihn, nachdem er bereits die Saisonvorbereitung und viele Trainingeinheiten unter der Regie von SCM-Coach Geir Sveinsson mitgemacht hat - "aber es ist für mich nach wie vor etwas ganz Besonderes und eine Belohnung, bei der ersten Mannschaft dabei zu sein".

Auch wenn er über jede weitere Spielminute an der Seite von van Olphen Co., die in dieser Saison noch dazukommen könnte, stolz und glücklich wäre, vergisst Alexander Saul nicht, woher er kommt und wohin er gehört. "Meine sportliche Heimat sind die Youngsters. Und es fällt mir jedesmal schwer, wenn ich die Jungs alleine lassen muss." Deswegen liegt mit Blick aufs Wochenende der Fokus zunächst auf Sonnabend: "Für uns Youngsters steht ein wichtiges Heimspiel gegen Bad Neustadt an. Da will ich unbedingt dabei sein und helfen." Das Sahnehäubchen tags drauf gegen Lübbecke "nehme ich, wenn`s denn so kommt, natürlich gerne mit".