Magdeburg/Kiel l Zwar hat der SCM übers Oster-Wochenende spielfrei, doch Müßiggang wäre aller Laster Anfang. Schließlich wirft das Heimspiel gegen den THW bereits seine Schatten voraus. Die spezielle Vorbereitung auf das Spitzenteam von Alfred Gislason erforderte es, dass auch am Karfreitag zwei intensive Trainingseinheiten anstanden. Zudem lagen daheim bereits jede Menge Videos und Spielsequenzen vom jüngsten 32:17-Sieg des THW gegen den Bergischen HC bei van Olphen Co. im Osternest - hübsch angerichtet von SCM-Coach Geir Sveinsson.

Und als Sahnehäubchen zum Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag werden auch noch Echtzeitbilder vom Meister frei Haus geliefert, denn das brisante Spiel des Titelverteidigers gegen den Tabellenzweiten wird von Sport 1 übertragen (17.15 Uhr).

SCM-Sportchef Steffen Stiebler geht davon aus, "dass sich die Jungs das Spiel auf keinen Fall entgehen lassen werden". Ob eine gemeinsame Spionageaktion als teambildende Maßnahme geplant ist, wusste der SCM-Sportchef allerdings nicht. "Vorher ist noch einmal Training angesetzt, ob die Mannschaft danach zusammen fern sieht, weiß ich nicht." Stieblers Tipp zum Ausgang des Top- Duells: "Das wird sicher eine enge Kiste. Aber ich gehe davon aus, dass Kiel das Ding am Ende zieht und gewinnt."

An eine Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft glaubt Trainer Sveinsson derweil nicht: "Egal, wer von beiden Mannschaften dieses Spiel verlieren sollte, das bedeutet nicht, dass der andere die Meisterschaft gewonnen hat. Es geht sicher um viel in dem Spiel, aber noch nicht um alles", so Sveinsson in dem Wissen, dass ausgerechnet sein Team das Zünglein an der Waage sein könnte, denn neben Kiel müssen auch noch die Löwen am letzten Spieltag in der Getec-Arena bestehen.

Allerdings sind die Vorzeichen für eine mögliche Meisterleistung des SCM am Mittwoch (noch) nicht die besten. Mit Andreas Rojewski, Jacob Bagersted, Robert Weber und Jannick Green gibt es gleich mehrere Fragezeichen. Stiebler: "Wir hoffen aber, dass bis Mittwoch alle fit sind."

Personelle Probleme hat aber auch der von Verletzungen gebeutelte THW. Zuletzt erwischte es Dominik Klein. Auf dessen monatelangen Ausfall nach Kreuzbandriss regierte der Meister mit der Reaktivierung von Henrik Lundström (35). Der schwedische Linksaußen, der mit dem THW drei Mal die Champions League gewann, ist ab sofort spielberechtigt und könnte bereits beim Bundesliga-Gipfel, aber spätestens in Magdeburg für die Kieler auflaufen. "Er wird kaum Eingewöhnungszeit neben dem Feld benötigen. Mit Henriks Erfahrung und dem jungen Rune Dahmke haben wir ein Gespann auf der Linksaußenposition, das sich gut ergänzt", sagte Gislason gestern.

Lundström ist nach Torwart Steinar Ege bereits der zweite vom THW reaktivierte Altstar in dieser Saison. Der 42-jährige Norweger wurde Ende März nach der Verletzung von Andreas Palicka verpflichtet.