Magdeburg l In der Handball-Bundesliga ist neun Spieltage vor Saisonschluss jedes Spiel ein kleines Endspiel. Ob im Duell um den Titel, im Kampf um die Europacuplätze oder gegen den Abstieg geht es in dieser Spielzeit eng zu. Und jeder Ausrutscher könnte am Ende einer zuviel gewesen sein. Das weiß auch der SCM nur zu gut, dessen einst komfortabler Vorsprung auf Platz fünf durch fünf Punktverluste in Folge weiter zusammengeschmolzen ist. Um so mehr sind alle Sinne auf das morgige Duell beim direkten Konkurrenten um einen Europacupplatz, MT Melsungen, geschärft. Der Tabellensechste hat ebenso wie die Magdeburger 29 Spiele auf dem Konto - der Rückstand der Nordhessen beträgt sieben Zähler.

"Das wird ein Spiel auf Augenhöhe. Aber unsere Mannschaft ist wieder in der Lage eine Reaktion zu zeigen", glaubt Rückraumspieler Andreas Rojewski, der zuletzt wegen einer Verletzung in der Kniekehle zum Zuschauen verurteilt war. Ob er morgen gegen den EHF-Cup-Teilnehmer in der Rothenbach-Halle in Kassel (Anwurf: 20.15 Uhr) spielen kann, ist fraglich. "Das wird kurzfristig vor Ort entschieden", so der Rückraumrechte, der bislang noch nicht vollständig schmerzfrei mittrainieren konnte.

Auch Melsungen muss der Doppelbelastung in der Liga und im Europacup Tribut zollen. Nationalspieler Felix Danner musste bei der 20:25-Niederlage am Samstag in Skjern (Dänemark) nach vierzig Minuten und bis dahin vier Toren wegen einer Oberschenkelverletzung passen. "Wenn er ausfällt, wäre das tragisch", schaut MT-Trainer Michael Roth, dem nach Spielmacher Patrik Fahlgren (Kreuz-bandriss) der Ausfall eines weiteren Leistungsträgers droht, mit Sorgen auf das "Vier-Punkte-Spiel" am Mittwochabend.

SCM-Trainer Geir Sveinsson hat das EHF-Cup-Viertelfinal-Hinspiel in Skjern genau unter die Lupe genommen, und dabei entdeckt: "Die Dänen haben vor allem in der zweiten Halbzeit gut gespielt und eine starke Abwehr gehabt." Das habe Melsungen Probleme bereitet. Und was Skjern kann, kann der SCM mit seiner Abwehr als Trumpfkarte im Ärmel ganz sicher auch.