Magdeburg l Marko Bezjak hat ein Problem, das keiner braucht. Der Regisseur des SC Magdeburg, der in Hamburg von den Experten in den höchsten Tönen gelobt wurde, ist im Besitz einer neuen Smart-Watch. Die hatte der Slowene am Sonntag bei der Auszeichnung zum "Spieler des Final Four" erhalten.

Doch Bezjak konnte sich weder freuen, noch wollte er das Lifestyle-Objekt behalten. "Ich würde sofort tauschen mit dem Pokal", versicherte er am Tag danach und war nach der ersten Enttäuschung ("Ich war sehr traurig. Im Siebenmeterwerfen zu verlieren, ist echt Sch...") schon wieder zu Scherzen aufgelegt: "Ich habe nicht einmal das passende Handy zu dieser Uhr. Es könnte also gut sein, dass sie demnächst bei Ebay auftaucht."

SC Magdeburg wie Sieger gefeiert

Hätte Bezjak sich entscheiden müssen, er hätte auf jeden Fall jemanden aus seiner Mannschaft zum Spieler des Turniers gewählt. Jure Natek vielleicht oder Fabian van Olphen? "Ja, die waren beide überragend. Aber mein Star war die Mannschaft. Was wir an den zwei Tagen gezeigt haben, war stark, darauf können wir stolz sein." Nicht zuletzt deswegen, verrät der 28-Jährige, seien viele Spieler nach der Heimkehr der Einladung der Fans zum Mückenwirt gefolgt: "Unglaublich - wir wurden dort wie Sieger gefeiert."

Thema bei den Gesprächen um Mitternacht war nicht nur das Final Four. Der Blick ging bei allen, Spielern und Fans, bereits nach vorn. Zum Punktspiel am Mittwoch in Balingen (20.15 Uhr) - auf jeden Fall ohne Yves Grafenhorst (Schulter) und möglicherweise auch ohne Robert Weber (Fuß). Trainer Geir Sveinsson fordert von seinem Team "Nehmer-Qualitäten": "Wir müssen jetzt Charakter zeigen und so schnell wie möglich wieder aufstehen."

Für Europacup wären 150.000 Euro nötig

Ganz gewiss wurde aber auch über die winkende Champions-League-Teilnahme gesprochen. Nicht nur die Fans, auch die Spieler seien "heiß auf die Königsklasse", beteuert Bezjak. "Ich war zweimal mit Velenje dabei, das ist für alle einfach das Größte und Beste, was du mit dem Verein spielen kannst." Allerdings habe er auch gehörigen Respekt vor der steigenden Belastung, "die wird extrem sein", warnt der Spielmacher und wäre für jede zusätzliche Verstärkung des Kaders dankbar.

Auch deshalb traf sich am Montagabend der SCM-Aufsichtsrat. Thema hier, das liebe Geld. Der Etat für die neue Saison steht bereits - allerdings wurde die Rechnung ohne den Europacup gemacht. Für weiteres Personal, müssten die Sponsoren nach Volksstimme-Informationen zusätzlich rund 150.000 Euro "lockermachen".