Magdeburg l Der SCM, der die beiden Stammspieler-Ausfälle von Yves Grafenhorst und Andreas Rojewski durch Youngster Alex-ander Saul, Vincent Sohmann und Nico Richter kompensierte, hatte Probleme ins Spiel zu finden. Die Gäste dagegen nicht. Sie hielten von Beginn an mutig, tapfer und unbeschwert dagegen. Vor allem Rückraumschütze Dominik Schmid (fünf Tore in der ersten Halbzeit) wusste die Lücken zu nutzen.

Über die Stationen 6:4 (9.), 8:5 (13.) und 10:9 (19.) gab Bietigheim den Schlag vor. Die Magdeburger machten es ihnen mit unkonzentrierten Abschlüssen, technischen Fehlern und einer nur halbherzig zupackenden Deckung leicht. Zu allem Unglück gab es auch noch einen Schreckmoment, als Marko Bezjak nach einem heftigen Schlag auf die linke Hand (Verdacht auf Mittelhandbruch) ausgewechselt werden musste.

Bietigheim mit Angriffsfehlern

Doch genau dieses Handicap sorgte für den entscheidenden Ruck bei van Olphen Co. Bartosz Jurecki erzielte beim 12:11 erst die zweite Führung für die Hausherren. Weber legte nach - der Treffer zum 13:11 (25.) war gleichzeitig das 250. Saisontor des Österreichers, der die Liga-Torjägerliste klar anführt.

In den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit verteilten die Gäste durch unnötige Ballverluste Geschenke. Der SC Magdeburg ließ sich nicht lange bitten, ging mit 17:14 in die Kabine.

Auch nach dem Pausentee hatte sich der Gast nicht gefangen. Die Fehler im Angriff nahmen kein Ende. Auch, weil die SCM-Deckung nun aggressiv, konsequent und schnellfüßig die Räume dicht machte. Der Vorsprung nahm stattliche Gestalt an (25:18/41). Danach war Youngster-Zeit. Alle "jungen Wilden" kamen zum Einsatz und trugen sich auch in die Torschützenliste ein. Den größten Beifall bekam der Kleinste, Rechtsaußen Richter. Sein erstes Bundesligator markierte das 27:19 (45.) und wurde vom Publikum gefeiert, als hätte er das "Golden Goal" zum WM-Titel geworfen.

Sveinsson mit erster Halbzeit unzufrieden

Am Ende hatten die Bietigheimer nichts mehr zu melden, bauten spielerisch, aber vor allem kräftemäßig ab. Die Youngster nutzten das zum Schaulaufen, Saul stellte beim 34:24 (57.) den ersten Zehn-Tore-Vorsprung her - der Sieg war längst nur noch eine Frage der Höhe.

"Wenn ich ehrlich bin, war ich mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden. Aber in der zweiten Hälfte haben wir dann richtig Gas gegeben", erklärte SCM-Coach Geir Sveinsson nach der Partie. Und: "Jetzt haben wir noch drei Spiele, davon das nächste, schwere gegen die Füchse am Sonntag. Aber auch das wollen wir gewinnen, um weiter um Platz drei zu kämpfen."

Magdeburg: Quenstedt, Green - Musche 3, van Olphen 4, Natek 4, Bagersted, Richter 1, Haaß 3, Bezjak 2, Weber 6/2, Saul 2, Sohmann 3, Jurecki 5, Lie Hansen 4

Bietigheim: Kulhanek, Mathes - Haller 6, Rentschler, Praznik 3/2, Schmid 5, Schäfer 3, Blodig 1, Barthe 2, Scholz 1, Beckmann, Emrich 1, Lohrbach 2, Kirveliavicius 1

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann. Zuschauer: 6217. Siebenmeter: SCM 3/2, Bietigheim 2/2. Zeitstrafen: SCM 4; Bietigheim 3