Der SCM zieht in der Handball-Bundesliga unbeirrt seine Kreise. Am Samstagabend feierten die Magdeburger einen souveränen 32:25 (17:13)-Sieg bei HBW Balingen-Weilstetten und manifestierten so ihren siebten Tabellenrang. Bester Werfer der Gäste, die mit einer starken Abwehr und einem überragenden Gerrie Eijlers im Tor die Basis zum Erfolg legten, war Robert Weber mit sieben Treffern. Trainer Frank Carstens hob anschließend "rundum zufrieden" die insgesamt "gut organisierte und breit aufgestellte Teamleistung" hervor.

Balingen/Magdeburg. Im Schwabenländle geizten beide Teams zunächst mit sehenswerten Aktionen. Nach drei Minuten stand es 1:1. Dann aber schien der SCM-Express ins Rollen zu kommen, denn nach sechs Spielminuten führte man 4:2. Dennoch gelang es den mit einer offensiven 3:2:1-Deckung agierenden Gastgebern, den Spielfluss der Magdeburger zu unterbrechen und mit 5:4 in Front zu gehen (12.).

Es sollte die einzige Führung der Balinger bleiben, denn nach gut 20 Minuten hatten die Magdeburger schließlich ihre Betriebstemperatur erreicht. Ein Doppelschlag von Wiegert, der wie der nachlegende van Olphen unter der Woche pausieren musste, gab das Signal zum Sturm - 11:8 (21.).

Von nun an lief es wie geschmiert. Nichts erinnerte mehr an die Probleme, die die Magdeburger noch bei der 23:25-Hinspiel-Niederlage gegen Balingen aus den Rhythmus gebracht hatten. Vorne wurden nur wenige Fehler gemacht, die sich bietenden Chancen zum Torerfolg genutzt. Hinten machte die Abwehr den Laden dicht. Und kam dann doch mal etwas durch, war meistens Gerrie Eijlers im Tor zur Stelle. Bis der SCM-Keeper schließlich den anfangs ebenfalls gut gestarteten Nikola Marinovic gänzlich in den Schatten stellte. Mit einem beruhigenden Vier-Tore-Polster ging der SCM in die Halbzeit.

Balingens Trainer-Fuchs Rolf Brack hoffte, dass mit Martin Ziemer im Kasten die Wende eingeleitet werden würde. Doch trotz einiger guter Szenen des Ex-Magdeburgers blieb es nach einer erneut torlosen Anfangsphase dabei: Der SCM diktierte das Spiel.

Weber eröffnete in der 35. Minute den Torreigen. Jurecki legte zum 19:13 nach. Als Ettwein der erste Treffer für Balingen gelang (38.), hatten die Magdeburger das Heft bereits fest in der Hand und überzeugten weiterhin mit ihrer unaufgeregten Spielweise und dem nötigen Einsatz in der Abwehr und im Angriff. Ein Doppelpack von Rojewski markierte in der 40. Minute das 22:14 - die Vorentscheidung war gefallen.

Zwar griff Brack noch einmal tief die Trickkiste, zog u.a. drei Kreisläufer, den siebten Feldspieler oder eine 3:3-Deckung hervor. Doch was immer Balingens Chefcoach auch versuchte, sein Gegenüber Frank Carstens und dessen Team hatten stets eine Antwort parat. Für die i-Tüpfelchen sorgte schließlich SCM-Keeper Eijlers. Zunächst traf er zielsicher ins verwaiste Balinger Tor zum 32:25, dann vereitelte er mit seiner 20. Parade den letzten Gegentreffer.

"Wir wollten uns vollkommen anders präsentieren als im Hinspiel, und das ist uns auch gelungen. Wir haben viel weniger Ballverluste und eine viel, viel bessere Chancenverwertung gehabt. Aber auch in der Abwehr und in der Torhüterleistung konnten wir gegenüber dem Hinspiel deutlich zulegen", war Carstens voll des Lobes. Zudem zog er den Hut vor Landsberg, Wiegert, Jurecki und van Olphen, die allesamt angeschlagen ins Spiel gegangen waren. "Dass alle vier auf die Zähne gebissen und sich trotz Trainingsausfalls so stark präsentiert haben, ist wirklich bemerkenswert."

Tore, HBW Balingen-Weilstetten: Herth 6/2, Ettwein 5, Lobedank 2, Sauer 2, Wilske 2, Strobel 2, Temelkov 2, Schuldt 1, Mit- kov 1, Bürkle 1, Ilitsch 1

SC Magdeburg: Weber 7/3, van Olphen 6 Jurecki 4, Rojewski 4, Natek 3, Wiegert 2, Grafenhorst 2, Doborac 1, Landsberg 1, Tönnesen 1, Eijlers 1.