Von Janette Beck

Magdeburg/Ahlen. Geldnöte, Spielerabgänge, Trainerwechsel - die HSG Ahlen-Hamm, nächster Auswärtsgegner des SCM am Samstag (19 Uhr), steckt in einer kritischen Phase, die auch den Magdeburgern nicht fremd ist. Doch während sich der Tabellensiebte mit neuem Coach und neuem Management seit dieser Saison wieder in ruhigen Gewässer befindet, geht das Stühlerücken bei den abstieggefährdeten Ahlenern erst richtig los.

Im Zukunftsmodell der HSG spielt auch ein Ex-Magdeburger eine tragende Rolle: Maik Machulla. Der Spielmacher wird in der neuen Saison als Spielertrainer fungieren (Volksstimme berichtete). Die "Beförderung" des 34-Jährigen ist nur eine von vielen Sparmaßnahmen, die Interimstrainer und Manager Kai Rothenpieler auf seiner zweigleisigen Agenda hat, um die Krise zu meistern und die Zukunftsfähigkeit der HSG zu sichern. "Die strukturelle, sportliche und wirtschaftliche Entwicklung muss ganz eng miteinander verknüpft sein", so Rothenpieler, der den Verein in den letzten Wochen auf Herz und Nieren geprüft hatte. Sein Fazit: "Die Etatplanung war zu optimistisch, die Kaderplanung in einigen Fällen zu politisch und in jedem Fall war der Kader einfach zu groß. "

Das alles soll, ja muss sich zukünftig ändern, zumal vertraglich zugesagte Sponsorengelder in mittlerer sechsstelliger Höhe ausblieben und die Trikotsponsoren angekündigt haben, in der kommenden Saison ihr Engagement erheblich zurückfahren zu wollen. Rothenpieler: "Wir haben einen gesicherten Etat von etwa 1,7 Millionen Euro für den Spielbetrieb zur Verfügung und müssen uns daher von einigen gestandenen und verdienten Spielern trennen. "

Zu den sieben Spielern, die der HSG weiter die Stange halten dürfen oder wollen, "egal ob in der ersten oder der zweiten Liga" , gehört neben einem weiteren Ex-Magdeburger, TorstenFriedrich, eben auch Maik Machulla. "Ich kenne das ganze Prozedere ja bereits aus Nordhorn-Zeiten, wo ich auch aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus als Spielertrainer fungiert habe", erklärte Machulla gestern. "Allerdings, während in Nordhorn am Ende alles zusammenbrach, stimmt in Ahlen das Paket - angefangen von den Top-Trainingsbedingungen bis zu den viele Sponsoren und Fans, die, da bin ich mir sicher, uns selbst bei einem Abstieg in die 2. Liga die Treue halten werden", so der Spielmacher.

Die Zukunft geht er optimistisch an - auch weil der SCM gezeigt hat, wie\'s geht. "Magdeburg hat vorgemacht, dass man bei veränderten wirtschaftlichen Zeiten irgendwann einen Schnitt machen und neue Wege einschlagen muss. Dass man dort eine positive Entwicklung genommen hat und inzwischen eine unglaublich stabile Saison spielt, macht mir Mut, dass auch wir unsere Probleme in den Griff bekommen können."

Mehr Sorgen bereitet Machulla die anstehende Heimpartie gegen den SCM: "Sich aufs Spielen zu konzentrieren, wenn es im Umfeld rumort, ist nicht einfach. Aber unser Fokus muss zu 100 Prozent auf dem Klassenerhalt liegen, denn um so besser sind unsere Argumente bei Verhandlungen mit Sponsoren und zukünftigen Spielern."