Von Daniel Hübner

Magdeburg. Gegen Göppingen hat er sich empfohlen, nachdem sein Trainer Frank Carstens ihn für Yves Grafenhorst auf Linksaußen gebracht hatte. Steffen Coßbau hat ein Tor markiert beim 24:24 am Dienstag. Und die Bewerbungstour geht für den 23-Jährigen heute weiter: Coßbau muss mit dem SC Magdeburg ab 19 Uhr (Maxipark Hamm) in der Handball-Bundesliga bei Ahlen-Hamm antreten. Es ist ein Abschied auf den letzten sieben Stationen der Saison: Denn Coßbau wird den SCM nach der Schlusssirene am 4. Juni verlassen - nur wohin er geht, das steht noch nicht fest. "In den nächsten zwei Wochen wird eine Entscheidung fallen", blickte Coßbau voraus.

SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt erklärte: "Steffen Coßbau hat unser Verlängerungsangebot um ein weiteres Jahr abgelehnt. Wir bedauern diesen Schritt sehr, da wir mit dem Duo Yves Grafenhorst und Steffen Coßbau auch in die neue Saison gehen wollten." Carstens sagte: "Wir akzeptieren die Entscheidung von Steffen und werden die entstandene Lücke intern schließen."

Coßbau selbst war das eine Jahr zu wenig. Und um Grafenhorst als Nummer eins auf Linksaußen zu verdrängen, habe er keine Perspektive gesehen. "Deshalb suche ich eine neue Herausforderung, um eventuell erster Mann auf meiner Position zu werden."

Während der SCM nun mit Coßbau und Dario Quenstedt inzwischen zwei Abgänge verzeichnet, könnte es für Rückraum links eine Verstärkung geben. Laut dem slowenischen Blatt "24ur" soll der Serbe Momir Rnic (23), derzeit bei Meister RK Celje unter Vertrag, ganz oben auf der Wunschliste des SCM stehen. Rnic habe, so heißt es, in Celje nicht die Bedingungen vorgefunden, die er im Sommer 2010 mit dem Verein vereinbart habe. Ein Wechsel, trotz eines langfristigen Kontrakts, wäre keine Überraschung. Rnic traf in der laufenden Champions League-Serie 46-mal, in der Meisterschaft 144-mal.

Das könnte die Zukunft sein, die Gegenwart heißt Ahlen. Der Gegner wird "bis zum letzten Tag alles versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen", so Carstens. Der Coach wundert sich bei dem namhaften Aufgebot über den Relegationsrang, den Ahlen-Hamm derzeit belegt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Chen Pomeranz, bester HSG-Schütze über Rückraum Mitte. "Ihn müssen wir kleinhalten, er ist der Dreh- und Angelpunkt", sagte der Trainer.