Der nach oben strebende SCM hat im Kampf um Platz sechs ausgerechnet vom TSV Hannover-Burgdorf einen kleinen Dämpfer erhalten. Vor 3387 Zuschauern in der AWD-Hall mussten sich die Magdeburg mit dem Ex-Team von Trainer Frank Carstens die Punkte teilen. Zwar blieb der zwischenzeitlich mit fünf Toren zurückliegende SCM durch das hart erkämpfte und damit auch verdiente 24:24 (11:11) auch im achten Spiel in Folge unbezwungen, allerdings gelang es nicht, an Flensburg vorbeizuziehen.

Hannover. "Schön, dass du da bist F. C., aber lass die Punkte hier." Der Plakat-Gruß an den einstigen TSV-Coach Frank Carstens, in der Vorsaison noch der "Baumeister" des jüngsten 27:25-Erfolges der Hannoveraner gegen die Magdeburger, prangte an der Wand der AWD-Hall. So groß und gut sichtbar, dass der 39-Jährige, nunmehr erfolgreich in Diensten des SCM, ihn gar nicht übersehen konnte.

Aber die nette Aufforderung ignorierte man zunächst einmal geflissentlich, galt es gestern doch, es besser als beim letzten Mal zu machen und wichtige Punkte im Kampf um den greifbar nahen Rang sechs einzusacken.

Allerdings war die Anfangsphase der Partie von Torarmut, technischen Fehlern und guten Torhüterleistungen auf beiden Seiten geprägt. Als Wiegert mit seinem zweiten Treffer zur 2:1-Führung einhämmerte (6. Minute), da war Grafenhorst schon nicht mehr im Spiel. Nach zwei Fehlwürfen und einem krassen Fehlpass hatte Carstens genug gesehen und Coßbau auf Linksaußen eingewechselt (4.).

Doch die Magdeburger taten sich weiter schwer gegen die teilweise bis auf neun Meter vorgerückte TSV-Deckung. Die oft aus der Not heraus geborenen Fernwürfe waren dann eine leichte Beute für den Block oder den gut aufgelegten Puljezevic. Den TSV-Torhüter hatte Carstens bereits vor der Partie als "einer der besten der Liga" eingestuft, und dieser wurde den Vorschusslorbeeren mit am Ende 20 gehaltenen Bällen vollauf gerecht.

Doch glücklicherweise verhinderte auch Quenstedt im SCM-Kasten (zumindest in Hälfte eins) mit seinen Paraden das Schlimmste gegen den erstaunlich dagegenhaltenden Gastgeber, der ersatzgeschwächt ins Spiel gegangen war, nachdem es Kapitän Jonsson und Abwehrchef Bedzikowski kurzfristig erwischt hatte.

So blieb es in der ersten Hälfte eng. Zwar hatten sich die Magdeburger beim 8:10 (26.) erstmals einen Zwei-Tore-Vorsprung erkämpft, doch auch der war bis zum Halbzeitpfiff wieder eingeschmolzen.

Den Pausentee hatte Hannover anscheinend viel besser verdaut, der Gastgeber legte los wie die Feuerwehr. Drei Tore in Folge und es stand 14:11 (34.) Auch danach setzte sich Kreissläufer Svarvarsson (sechs Treffer) immer wieder gegen die nachlassende SCM-Deckung durch, erzielte so auch das 20:15 (43.).

Doch wer dachte, dass die von der Rolle geratenen Magdeburger sich damit geschlagen geben würden, sah sich getäuscht. Mit viel Kraft und Elan kämpfte sich der SCM zurück ins Spiel, holte angeführt vom eingewechselten Spielmacher Doborac Tor um Tor auf und glich durch Rojewski schließlich zum 24:24 aus. Es blieben noch gut 90 Sekunden bis zum Abpfiff, aber weder Olsen auf der TSV-Seite noch Doborac beim letzten Wurf war das Glück des Tüchtigen vergönnt. So blieb es bei der Punkteteilung.

"Natürlich waren wir mit dem Ziel angereist, hier zu gewinnen. Doch wenn man den Spielverlauf sieht, dann müssen wir mehr als zufrieden mit dem Ergebnis sein", sprach Carstens hinterher von einem "gewonnenen Punkt". Und der Coach lobte seine Männer "für die moralische und kämpferische Leistung, mit der sie sich nach dem Rückstand ins Spiel zurückgefightet haben".

TSV: Meyer, Puljezevic - Johannsen 1, Halmgrimsson 3, Sveinsson, Judzs, Buschmann 1, Lehnhoff 5/2, Rydergard, Przybecki 6, Fauteck, Svarvarsson 6, Olsen 2, Bergmann.

Magdeburg: Quenstedt, Schulz - Wiegert 2, Doborac 1, Rojewski 4, Landsberg 2, van Olphen 3, Hornke, Natek 1, Grafenhorst, Tönnesen 2, Weber 4/1, Jurecki 2, Coßbau 3.

Schiedsrichter: Brauer/Holm (Hamburg/Hagen). Zuschauer: 3300. Siebenmeter: Hannover 2/2; SCM 2/1. Zeitstrafen: Hannover 2; SCM 3.