Von Daniel Hübner

Magdeburg. Über sein Auftauchen beim Training freuen sich alle Handballer, sagt sein Trainer Frank Carstens. Gerrie Eijlers ist ja nicht nur der witzige Typ, der einen mit seinem trockenen Humor durchaus überfallen kann, er verfügt eben auch über eine positive Ausstrahlung, die eine Mannschaft braucht, will sie eines Tages im Europapokal spielen. Der SC Magdeburg hat das inzwischen geschafft, das ist bekannt, der Bundesligist steht nun vor seinen beiden letzten Saisonspielen, das eine am kommenden Freitagabend in Dormagen beim Zwangsabsteiger DHC Rheinland (19.45 Uhr), das andere in heimischer Bördelandhalle am 4. Juni gegen die Füchse Berlin - ein Wunder, wenn ein Magdeburger zumindest bei Letzterem nicht dabei sein wollte.

Das gilt dann nicht nur für Eijlers, sondern auch für Yves Grafenhorst und Kjell Landsberg. "Ich hoffe, dass Gerrie in der nächsten Woche wieder handballspezifische Übungen machen kann", sagte Carstens bereits am vergangenen Freitag und im Vorfeld der Partie gegen TuS Nettelstedt-Lübbecke. Bis dato hatte er seinen 31-jährigen Schlussmann allenfalls auf dem Fahrrad, in Laufschuhen und in kurzer Hose gesehen. Den Part zwischen den Pfosten indes hat der scheidende Dario Quenstedt (Lübbecke) in den vergangenen Wochen vorzüglich ausgefüllt.

Carstens lässt Eijlers\' Rückkehr gegen Berlin noch offen: "Wir werden sehen, ob es noch für ein Spiel in dieser Saison reicht, aber auf jeden Fall geht es vorwärts." Der Torwart hatte bereits einige Zeit zur Genesung, der Meniskusschaden im linken Knie meldete sich vor dem Spiel gegen die HSG Ahlen-Hamm am 9. April morgens im Hotel und musste dann operativ behandelt werden. "Ich gehe davon aus, dass ich in dieser Saison noch einmal spielen werden", sagte Eijlers kurz nach der OP. Weniger Zeit haben nun Yves Grafenhorst und Kjell Landsberg, bei denen am vergangenen, alles entscheidenden und erfolgreichen Europa-Sonnabend (35:27 gegen N-Lübbecke) die Schmerzen ihren Saisonhöhepunkt erreichten.

Beim 27-jährigen Grafenhorst ist zwar eine Fraktur zum Glück ausgeblieben, eine Verletzung in der Unterschenkelmuskulatur, so die Diagnose, schränkt natürlich dennoch ein. Der Schmerz lässt zwar langsam nach, aber "der Einsatz ist sehr, sehr fraglich", erklärt Grafenhorst. Und dann klingt sein Trainer sehr deutlich durch, wenn der Linksaußen sagt: "Nur, wenn kein Risiko besteht."

Weniger Hoffnungen dürfte sich Kjell Landsberg machen, so klang er zumindest gestern vor der medizinischen Untersuchung am Telefon. Bis zum Abend lag kein MRT-Ergebnis vor, was damit zusammenhängen könnte, dass die Schwellung im Knie noch zu groß ist, um eine endgültige Diagnose zu stellen. Beendet hatte er die Partie mit dem Verdacht auf einen Meniskusschaden, und am Beispiel Gerrie Eijlers würde das bedeuten: acht Wochen Pause.