Nachdem es für den SC Magdeburg zuletzt gegen die beiden Top-Teams vom HSV Hamburg und von die Rhein-Neckar Löwen nichts zu holen gab, heißt es heute Abend beim Aufeinandertreffen mit dem VfL Gummersbach (20.15 Uhr/Bördelandhalle): neues Spiel, neues Glück. Für SCM-Kapitän Fabian van Olphen ist die Marschrichtung klar: "Da brauchen wir nicht um den heißen Brei herumreden: Das ist eines der Spiele auf Augenhöhe, das wir gewinnen müssen."

Magdeburg. Die beiden Niederlagen in Folge, so zumindest sieht es van Olphen, habe nicht zur allgemeinen Verunsicherung beigetragen: "Wir haben gegen zwei Spitzenmannschaften verloren und das ist keine Schande", betrachtet der Holländer die Negativ-Erlebnisse als wenig besorgniserregend. "Wenn du Teams eines solchen Kalibers schlagen willst, dann muss alles stimmen und passen und der Gegner dazu noch einen schlechten Tag erwischen. Und diese Konstellation trat sowohl gegen Hamburg als auch gegen die Löwen nicht ein."

Zuversicht, dass man es heute besser machen wird, schöpft der Kapitän auch aus der Fehleranalyse. "Eigentlich waren es nur kleine Sachen, die uns in der Summer auf die Verliererstraße gebracht haben. Wir haben uns vor allem selbst das Leben schwer gemacht." In erster Linie habe die Abwehr nicht gut gestanden. "73 Gegentore in zwei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Das ist einfach zuviel. Zudem haben wir unsere Chancen im Angriff nicht genutzt. Wenn man die daraus resultierenden drei, vier Gegentore weniger bekommt, sieht die Sache vielleicht schon ganz anders aus."

Allerdings bringe es nicht viel, weiter darüber zu spekulieren, was wäre gewesen, wenn ... "Die Partien sind gegessen, wir schauen jetzt nach vorn und da zählt, dass Gummersbach ein Gegner auf Augenhöhe ist und wir bis zum Umfallen darum kämpfen müssen, dass die Punkte zu Hause bleiben."

Nachdem die Magdeburger das Hinspiel trotz guter Leistung mit 28:31 verloren hatten, hofft Trainer Frank Carstens, diesmal den Spieß umdrehen zu können: "Das Spiel in Gummersbach war eines unserer besten in der Hinrunde. Und obwohl wir bis aufs Messer gefightet hatten, gingen wir als Verlierer vom Feld und die Enttäuschung war riesengroß. Ich hoffe, dass wir diese negativen Emotionen diesmal in positive Energie umwandeln können."

Dazu brauche es aber vor allem "Leidenschaft und unbedingten Siegeswillen", so der Coach, der ob der gleichgearteten Spielanlage des Gegners davon ausgeht, dass es erneut heiß hergehen und es viele Zweikämpfe geben wird. Carstens: "Der VfL legt wie wir sehr viel Wert auf die Deckungsarbeit und beherrscht neben der eingespielten 6:0 auch andere Abwehrsysteme." Im Hinspiel habe es gefühlt gerade mal anderthalb Tore von außerhalb des Neun-Meter-Raumes gegeben. "Das erfordert von uns im Angriff wiederum eine hohe Anpassungsfähigkeit."

Doch auch die eigene Abwehr sei gefordert, will man das nach der guten Hinrunde nach oben korrigierte Saisonziel Platz sieben nicht aus den Augen verlieren: "Wir müssen kompakt stehen, fleißig arbeiten und die Räume zustellen – und das über volle 60 Spielminuten", fordert Carstens, der auf eine Reihe von angeschlagenen Spielern verweist. Während aber Grafenhorst und Landsberg trotz Wehwechens auf die Zähne beißen wollen, steht Balogh heute definitiv nicht zur Verfügung. Der junge Ungar hatte im Training bei einer Abwehraktion einen Schlag aufs Auge bekommen und sich so einen Riss des Lides zugezogen. Carstens wertete den Unfall auf seine Weise – hart aber herzlich: "Das zeigt auf jeden Fall, dass wir im Moment im Training intensiv arbeiten ..."