Der SCM ist nach zwei Niederlagen in Folge gestern Abend in beeindruckender Manier in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Vor 4856 Zuschauern in der Bördelandhalle wurde der bis dahin punktgleiche Tabellennachbar VfL Gummersbach mit 37:29 (16:14) in Schach gehalten. Erfolgsgaranten waren ein gut aufgelegter Eijlers im Tor (21 Paraden) sowie ein treffsicherer Rückraum (Natek/9 Tore, van Olphen 6).

Magdeburg. Ebenso wie die Magdeburger standen auch die Gäste gestern Abend gewaltig unter Zugzwang, nachdem man in der Liga überraschend bei der HSG Wetzlar (31:34) Federn gelassen hatte.

Die Frage vor Beginn der Partie war also: Wer kommt in dieser richtungsweisenden Partie mit dem Druck, gewinnen zu müssen, besser klar?

Zumindest in der ersten Hälfte blieb die Frage lange Zeit offen, denn kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Zwar legte der SCM zu Beginn vor, doch die Gummersbacher gaben sich ihrerseits keine Blöße, glichen bis zum 6:6 (10. Minute) immer wieder postwendend aus. Erst eine Überzahl gab den Hausherren, die sich gegenüber den letzten beiden Spielen vor allem im Zusammenspiel Deckung-Torhüter sowie im Positionsangriff aus dem Rückraum deutlich stärker präsentierten, die Gelegenheit, sich beim 8:6 (14.) ein Mini-Polster zu erarbeiten.

Doch der VfL ließ sich nicht abschütteln, nutzte seinerseits seine Chancen und pirschte sich immer wieder heran. Erst zum 8:9 (17.), dann zum 11:12/ (23) und schließlich sogar zum 13:13-Ausgleich (26.). Doch der SCM zog noch einmal an, sodass man mit 16:14 als "Sieger" in die Pause ging.

Zwei Minuten der zweiten Spielhälfte waren vergangen, da drehte der SCM mit einem 4:0-Lauf zum 21:16 (36.) richtig auf. Der Bann war gebrochen. Ballgewinne in der Deckung sowie Eijlers waren immer wieder Ausgangspunkte zum Tempogegenstoß. Weder eine Auszeit noch die Sonderbewachungen einzelner Akteure konnten den VfL wieder zurück ins Spiel bringen.

Als van Olphen mit seinem sechsten Treffer zum 33:25 (52.) traf, skandierten die begeisterten SCM-Fans lauthals: "Der SCM ist wieder da!"

Ein dickes Lob verteilte hinterher auch Magdeburgs Trainer Frank Carstens an seine Männer, die sich bis auf wenige Ausnahmen – der früh ausgewechselte Grafenhorst und der nicht eingesetzte Hornke – alle in die Torschützenliste eintragen konnten: "Ein Riesenkompliment, das war eine sehr konzentrierte, disziplinierte und vor allem geschlossene Mannschaftsleistung."

Magdeburg: Eijlers, Quenstedt - Wiegert 2, Doborac 1, Rojewski 2, Landsberg 1, van Olphen 6, Natek 9, Grafenhorst, Tönnesen 3, Weber 7/3, Jurecki 3, Coßbau 3, Hornke

Gummersbach: Stojanovic, Somic - Krantz, Schindler 1, Vukovic 4, Multhauf, Anic 1, Putics 1, Lützelberger 1, Teppich 1, Valicic 3, Pfahl 9/6, Rahmel 4, Zrnic 4

Schiedsrichter: Brauer/Holm (Hamburg/Hagen). Zuschauer: 4856. Siebenmeter: SCM 3/3; Gummersbach 9/6. Zeitstrafen: SCM 3; Gummersbach 4.