Einen Versuch hat der SCM noch, um FrischAuf Göppingen in dieser Handball-Saison in die Schranken zu weisen. Nachdem die Magdeburger sowohl das Liga-Hinspiel (mit zwölf Toren mehr als deutlich) und das Pokalspiel (mit sechs Toren) verloren haben, soll der Bock nun heute Abend im dritten Anlauf endlich umgestoßen werden. Anwurf in der Bördelandhalle ist um 20.15 Uhr (live Sport1).

Magdeburg. SCM-Chefcoach Frank Carstens ist fest davon überzeugt, dass seine Männer lernfähig sind. "Die Göppinger haben uns zwei Lektionen erteilt. Eine in Demut, und die im Pokal darin, wie man spielen und die Chancenverwertung aussehen muss, um eine Partie zu gewinnen. Aber beide Niederlagen waren sehr lehrreich für uns. Ich bin mir sicher, dass wir den Göppingern diesmal ein härterer Gegner sein werden", erklärte der 39-Jährige.

Gebetsmühlenartig wird Carstens auch diesmal wieder auf Stärken des Gegners hingewiesen haben. Und auch die Mannschaft weiß nur zu gut, dass Göppingen über einen "torgefährlichen und wurfkräftigen Rückraum" verfügt und eben jene Hünen auch exzellent und "auf hohem aggressiven Niveau" zu verteidigen wissen. Nur haperte es beim SCM zweimal an der Umsetzung der Gegenstrategie.

Ein drittes Mal aber nicht, lautet Carstens’ klare Ansage: "Das schnelle Umkehrspiel wird eine zentrale Rolle einnehmen. Und es gilt, Attacken gegen den Rückraum zu reiten, auch damit wir unser eigenes Tempospiel aufziehen können. Vor allem müssen wir versuchen, Manuel Späth nicht zur Entfaltung kommen zu lassen und seine gute Quote gegen uns zu drücken", warnt der Trainer vor dem Schlüsselspieler, der gegen Magdeburg in beiden Spielen insgesamt zwölfmal - vorwiegend über die Kreismitte - zum Torerfolg gekommen war.

Zumindes ein wenig ent-spannt hat sich vor der Heimpartie, für die bis gestern Mittag rund 4500 Tickets verkauft wurden, die personelle Situation beim Gastgeber. So konnten die angeschlagenen und im Training pausierenden Rückraum-Linken Wiegert und van Olphen in den letzten Tagen wieder voll mittrainieren. Dagegen war die Kreisposition bis gestern im Training weitestgehend vakant, denn Jurecki und Landsberg konnten laut Carstens "nur eingeschränkt mitmachen, um überhaupt über die Runden zu kommen".

Angesprochen auf die etwas provokanten Aussagen seines Göppinger Trainerkollegen Velimir Petkovic, der den deutschen Handballtrainern in einem Zeitungsinterview unterstellt hatte, sie würden ihre Spieler mit Samthandschuhen anfassen ("Sie sind sehr beliebt in ihrer Mannschaft, aber nicht erfolgreich. Ich gehe nicht locker mit meinen Jungs um. Ich weiß, bei mir gibt‘s vier, fünf, die mich nicht mögen, aber sie respektieren mich"), machte Carstens deutlich, sich diese Jacke nicht anziehen zu wollen: "Ich kann nur sagen, dass ich ein, ja vielleicht sogar anderthalb Augen auf den Erfolg habe."

Quod erat demonstrandum!