Im dritten Versuch hätte der SCM fast ins Schwarze getroffen, am Ende blieb es dabei: Gegen Göppingen kann Magdeburg nicht gewinnen. Nach zwei Niederlagen konnten die Magdeburger Bundesliga-Handballer gestern Abend aber zumindest ein kleines Erfolgserlebnis feiern und einen Punkt retten. Beim 24:24 (17:14) vor 4823 Zuschauern in der Bördelandhalle ragten Keeper Eijlers (18 Paraden), Weber (7/2) und Tönnesen (5) heraus.

Magdeburg. Vor der Partie hatte SCM-Trainer Frank Carstens das Gästeteam um Erfolgscoach Velimir Petkovic noch in den höchsten Tönen gelobt. "Die Göppinger sind für mich ein Vorbild an Kontinuität und in ihrer Entwicklung, die stetig nach oben zeigt, beispielhaft. Das Management und der Trainer leisten dort hervorragende Arbeit." Doch mit dem Anpfiff endeten die Nettigkeiten. Verständlich, ging es doch um mehr als nur zwei Punkte. Es ging um Ehre und Prestige, schließlich hatten die Göppinger dem SCM in dieser Saison bereits zweimal mehr oder weniger deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Für die Gäste standen die Vorzeichen durch das verletzungs- bzw. krankheitsbedingte Fehlen von Kaufmann, Anusic und Horak diesmal allerdings nicht zum Besten. Wohl auch deshalb musste sich Petkovic etwas einfallen lassen, und so ließ er seine Jungs von Beginn an offensiv 3:3 decken.

So war der weit ins Feld gedrängte SCM gezwungen, weite Laufwege zu gehen. Doch das klappte zunächst ganz gut. Vor allem Kapitän van Olphen hatte viel Zug zum Tor. Ein Doppelpack des Holländers und ein Kontertor durch Weber – der SCM führte 4:2 (4. Minute). Doch Göppingen blieb dran, ging durch drei Tore in Folge sogar mit 5:4 in Führung (7.). Und es zeigte sich mehr denn je, dass an diesem Abend um jeden Ball, jeden Meter "bis aufs Messer" gekämpft werden musste. Erstes Opfer: Jurecki musste zwischenzeitlich vom Feld und kam erst in der zweiten Hälfte zurück.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Es wurde hitzig, ruppig, eng. Für zusätzlichen Zündstoff sorgten die Schiedsrichter Methe/Methe mit nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen. So gelang es den Gastgebern erst im Schlussspurt, sich mit drei Toren abzusetzen. Die Zuschauer dankten es mit stehenden Ovationen bereits zur Halbzeit.

Auch nach der Pause blieb es eine äußerst hart umkämpfte Partie. Nur einer blieb gaaaanz cool – Keeper Eijlers. Gipfel seiner Glanztaten waren zwei gehaltene Siebenmeter in Serie. Auch nach vorn ging nun die Post ab: Vier Tore am Stück – Magdeburg lag mit fünf Toren in Front (21:16).

Doch noch waren 20 Minuten zu spielen. Die SCM-Torfabrik kam plötzlich ins Stocken. Mit jeder vergebener Chance wurde es enger und enger. Die Gäste gaben sich nicht geschlagen. Allen voran zerrte Haaß an den Ketten. Mit seinem siebten Treffer verkürzte der Nationalspieler auf 22:23 (56.). Und Haaß war es auch, der 46 Sekunden vor Abpfiff den Ausgleichstreffer zum 24:24 erzielte. Am Ende gab es nur einen (gefühlten) "Sieger": Göppingen.

SCM: Eijlers, Quenstedt – van Olphen 3, Tönnesen 5, Jurecki 2, Landsberg 1, Grafenhorst, Natek 5, Weber 7/2, Wiegert, Doborac, Hornke, Rojewski, Coßbau 1.

Göppingen: Tahirovic, Weiner – Kneule, Oprea 4, Thiede 3, Schöne 1, Späth 1, Mrvaljevic, Konzlina 6, Haaß 8, Gutbrod, Schubert.

Schiedsrichter: Methe/Methe (Vellmar) Zuschauer: 4823. Siebenmeter: SCM 5/2, Göppingen 4/1. Zeitstrafen: SCM 6, Göppingen 4.