Mit dem 16. Saisonerfolg in der Handball-Bundesliga ist der SC Magdeburg punktgleich mit dem Tabellensechsten Flensburg-Handewitt gezogen und dem europäischen Geschäft einen Schritt näher gerückt: Am Sonnabend gewann das Team von Frank Carstens bei der HSG Ahlen-Hamm nach einer starken zweiten Hälfte mit 37:29 (15:16). Beste Schützen waren Robert Weber mit acht und Bennet Wiegert mit sieben Toren.

Hamm. Diese Geschichte des Erfolgs wurde am Samstag in vielen Kapiteln erzählt. Sie trugen zum Beispiel den Titel Fabian van Olphen oder Gerrie Eijlers/Dario Quenstedt. Keeper Eijlers war am Morgen aufgewacht und hatte sich über Schmerzen im Knie beklagt. "Die habe ich seit dem Spiel gegen Göppingen", sagte der 30-Jährige. Aber in der Nacht vor Hamm entwickelte sich eine Schwellung – Einsatz unmöglich. Van Olphen beklagte ebenso Schmerzen im Knie, "eigentlich hatten wir schon zwei Ausfälle", meinte Carstens. Erst beim Aufwärmen in der Maxipark-Arena gab der Kapitän grünes Licht – "Adrenalin setzt eben Kräfte frei."

DieKunst ist es dann nicht unbedingt, den besten Akteur des Gegners rauszunehmen, am Sonnabend war es bei der HSG einmal mehr Chen Pomeranz mit zehn Toren. Vielmehr muss dafür Sorge getragen werden, dass alle anderen nicht zum Zuge kommen. In aller Euphorie der Fans zog der Gastgeber eine aggressive und temporeiche Spielweise auf, die in Torgefahr aus allen Rückraumpositionen gipfelte. "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht in unser Spiel gefunden", sagte Carstens. Er reagierte deshalb frühzeitig: Nach der Auszeit beim 12:9 (20:40 Minuten) beorderte er Steffen Coßbau auf Manndeckung gegen Pomeranz, später ging Yves Grafenhorst im 5-1 auf Spitze – der Anfang vom Sieg.

Eine Überzahl nutzte der SCM zudem zum 15:15 (29.). Pomeranz beendete die Hälfte mit dem 16:15, aber "dass wir nur mit einem Tor zur Pause führen, darin sieht man die Klasse der Magdeburger", so HSG-Coach Kay Rothenpieler. Trotz des zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstands "sind wir nicht auseinandergebrochen", lobte Carstens die mentale Stärke seiner Sieben. Der SCM ist mehr als das, er ist aufgestanden. Vom 16:15 rollte der Bördezug zum 16:22 (37.). Magdeburg bilanzierte nach dem Wechsel eine Angriffseffektivität von 78 Prozent. Plötzlich lief die erste Welle, weil auch Quenstedt die wichtigsten fünf seiner zwölf Bälle in jenen sieben Minuten parierte.

Und van Olphen? Der Niederländer sagt immer gerne über seine Leistung: "Es könnte immer besser sein." Am Samstag spielte er 25 Minuten lang gar nicht im Angriff – und traf dann fünfmal aus sechs Versuchen. Wie Wiegert sieben aus acht vollendete. Das war auch so ein Kapitel.

Ahlen-Hamm: Mrkva/Friedrich – Rycharski 1, Clößner 2, Simon, Wiegers 3, Schmetz, Macke, Schröder 6, Hock 1/1, Hynek, Gudat 1, Pomeranz 10/3, Lammers 5

SCM: Quenstedt/Schulz – Wiegert 7, Doborac 2, Rojewski 2, Landsberg, van Olphen 5, Hornke, Natek 4, Grafenhorst 4, Tönnesen, Coßbau, Weber 8/3, Jurecki 5

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber. Zuschauer: 2500. Siebenmeter: HSG 4/6 – SCM 3/3; Zeitstrafen: 3/3.