Magdeburg. Man ist dem Stian Hauge Tönnesen inzwischen so unheimlich nah, dass man hinter jedem Namen Tönnesen immer denselben 37-jährigen Mann aus Norwegen vermutet. Tönnesen selbst weiß es am besten. "In Norwegen leben fast fünf Millionen Menschen", hat er gestern aufgeklärt. "Und einige von ihnen heißen auch Tönnesen."

Derjenige, der am Wochenende im Trikot der Handball-Nationalmannschaft die Hymne "Ja, vi elsker dette landet", was nichts anderes heißt als "Ja, wir lieben dieses Land", mitsang, hört auf den Vornamen Kent Robin und nicht Stian, wie die Volksstimme gestern irrtümlich meinte. Er wird im Juni 20 Jahre, und er kommt aus dem rechten Rückraum. Während Kent Robin gegen Deutschland zweimal (in Rostock und in Schwerin) verlor, spielte Stian Hauge mit Sohn Colin in Magdeburg Basketball – "das einzige, was ich am Sonntag gemacht habe". Der Regisseur des SCM selbst bestritt am 20. Oktober 2004 das letzte seiner 13 Länderspiele für Norwegens nationale Farben in Dänemark.

Tönnesen konzentriert sich allein auf die Bundesliga-Punktspiele mit den Magdeburgern, die nach dieser Länderspielpause am kommenden Sonnabend in heimischer Bördelandhalle ihre Fortsetzung finden. Gegner ist die HSG Wetzlar, und wenn Tönnesen an Wetzlar denkt, fällt ihm nicht allzuviel Positives ein. Jener 21. November 2010 gehörte zu den Spielen, über die Tönnesen sagt: "Das war nicht so gut." Magdeburg verlor in Wetzlar damals mit 25:28, der Gastgeber präsentierte an jenem Abend erstmals seinen neuen Trainer Gennadij Chalepo. Und der Mann hat Qualität in die HSG gebracht: "Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, dann muss er eine gute Arbeit leisten", liest Tönnesen die Statistik. Wetzlar steht mit 22:34 Punkten und auf Rang elf jenseits von Gut und Böse in der Tabelle.

Aber Magdeburg stand auch nach diesem Rückschlag wieder auf und kämpfte sich nicht nur auf Platz sieben vor, sondern zog inzwischen punktgleich mit dem Sechsten SG Flensburg-Handewitt. Für den kühlen Norweger Tönnesen ist das kein Grund, in allgemeine Euphorie zu fallen. "Wir wollen den siebten Platz halten", sagt er, "das wird schwer genug." Und dazu soll gegen Wetzlar Revanche genommen werden.