Magdeburg. "Wir können dem SC Magdeburg doch sowieso nichts abschlagen ...", lautet die nicht ganz ernstgemeinte Erklärung von Geschäftsführer Johannes Kempmann auf die Frage, warum die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) als "Taufpate" für das "Baby" von SCM-Präsident Dirk Roswandowicz fungieren. Dessen "persönliches Anliegen" war es seit seiner Amtsübernahme gewesen, alle 2143 SCM-Mitglieder mit einem Vereinsausweis auszustaffieren. Und die SWM ließ sich nicht lange bitten, das ehrgeizige Projekt des "Präsis" zu unterstützen und in die Tat umzusetzen.

"Seit fast einem Jahr bin ich nun schon Präsident des SCM, und seitdem gab es bereits sehr viele Gründe, stolz auf unsere Athleten zu sein", erklärte Roswandowicz zur "Entstehungsgeschichte" des Ausweises. "Der SCM ist wie eine große Familie, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr viele gibt, die sich wie ich abteilungsübergreifend mit dem Verein identifizieren und einfach nur stolz darauf sind, ein ,SCM-ler‘ zu sein. Leider gab es bislang keine Möglichkeit, das in irgendeiner Form auch nach außen hin zu dokumentieren. Und so kam mir die Idee mit dem Mitgliedsausweis", erklärte der Präsident, selbst mit der kompletten vierköpfigen Familie Mitglied der Abteilung Leichtathletik, bei der offiziellen Präsentation des Ausweises.

Von dem Dokument in Scheckkartenformat, auf dem unter anderem der Name des Mitglieds, das Geburtsdatum sowie die Abteilung vermerkt und dessen türkisblaue Rückseite den sechs Sportarten-Piktogrammen sowie dem Firmenlogo des Sponsors vorbehalten sind, verspricht man sich aber nicht nur Identifikation, sondern auch einen "Mehrwert". So soll laut Roswandowicz "in Zusammenarbeit mit weiteren Sponsoren ein spezielles Rabattprogramm zusammengestellt werden".

Der Mitgliedsausweis mit der Nummer eins wurde im übrigen keiner Geringeren als der SCM-Aktivistin der ersten Stunde feierlich übergeben: Hedwig Ziegler. Die 89-jährige Magdeburgerin ist Gründungsmitglied des Vereins und beim Schwimmen ganz in ihrem Element. Dreimal in der Woche lege sie in der Elbeschwimmhalle 800 bis 1000 Meter zurück, erzählt die rüstige Rentnerin, für die es "eine große Ehre" sei, als Erste den SCM-Ausweis in den Händen halten zu dürfen. "Im Moment darf ich aber aufgrund einer Augenoperation nicht ins Wasser. Aber ich kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder losgeht", so die Seniorin, die es in ihrer wettkampf-aktiven Zeit bei den Masters bereits zu Europa- und Weltmeisterehren gebracht hat.

Für SWM-Chef Kempmann sei das finanzielle Engagement unter dem vielsagenden Motto "Gemeinsam bewegen" eine Herzensangelegenheit gewesen, "denn der SCM ist nach wie vor ein unglaublich guter Werbeträger für die Stadt und die Region". Dies gelte es, "egal in welcher Form, zu würdigen und zu fördern". Gesagt, getan!