Magdeburg. Zufälle gibt‘s ... Da residieren Handball-Neuzugang Ales Pajovic und seine Ehefrau Tina bei ihrer zweitägigen Stippvisite in der neuen, aber noch fremden Heimat Magdeburg im Maritim-Hotel und treffen plötzlich mehr "gute alte Bekannte" als sie erwarten konnten.

War das Wiedersehen mit SCM-Rückraumspieler Jure Natek und seiner angetrauten Katja von langer Hand vorbereitet, schließlich sind die beiden slowenischen Spielerfrauen "beste Freundinnen" und es gab bei der einen oder anderen Tasse Kaffee jede Menge zu besprechen, kam das Aufeinandertreffen am Dienstagabend mit den Handball-Stars des THW Kiel in der Hotel-Lobby völlig unerwartet. "Um so größer war natürlich die Freude", berichtete Pajovic bei seinem Besuch gestern Nachmittag in der Volksstimme.

Die Kieler kennt der 31-jährige Nationalspieler, der beim SCM in der vergangenen Woche einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, von seinem dreimonatigen "Bundesliga-Gastspiel" Ende 2007. Damals galt es für den 1,98 Meter großen und über 110 Kilo schweren Rückraum-Kanonier, die langfristigen Ausfälle von Filip Jicha und Top-Scorer Nikola Karabatic "aufzufangen". Was ihm auf der Königsposition auf Anhieb gelang. Bei insgesamt zwölf Liga-Einsätzen kam Pajovic, der auch beim SCM das Trikot mit der Nummer 8 tragen wird und vor allem auch aufgrund seiner hervorragenden Abwehrqualitäten verpflichtet wurde, auf 29 Treffer.

Für den SC Magdeburg sollen es aber noch weitaus mehr werden, schließlich ist das Engagement auch längerfristig angelegt. "Ich wollte unbedingt noch einmal in Deutschland, in der stärksten Liga der Welt, spielen. Und Magdeburg wurde mir von meinem Freund Natek wärmstens empfohlen. Als sich dann die Chance ergab und ich ein Angebot vom SCM bekam, brauchte ich nicht lange überlegen. Magdeburg ist ein Verein mit Ambitionen nach oben, und ich möchte mithelfen, die Ziele zu erreichen", erklärte der Rechtshänder.

Trotz seiner ellenlangen Erfolgsliste (u.a. Champions-League-Sieger 2006 und 2008, dreifacher spanischer und siebenfacher slowenischer Meister mit Celje sowie Vizeeuropameister mit Slowenien 2004) hat der selbsternannte "Adrenalin-Junkie", der sich in seiner Freizeit beim Bungee-Jumping, Paragliding oder mit dem Jet-Ski austobt, "absolut keine Starallüren", wie SCM-Manager Marc Schmedt feststellte, nachdem er mit dem "Neuen" gestern u.a. die internationale Schule und den Kindergarten besucht hat, in die Pajovics Sohn Josh (6) und Töchterchen Lia (4) ab Juli gehen sollen. "Ich hatte große Ehrfurcht vor unserer ersten Begegnung, denn Ales ist schon eine Hausnummer im Handball. Aber ich bin total überrascht, wie bodenständig und sympathisch der Junge ist und fühle mich darin bestätigt, dass er nicht nur sportlich und finanziell, sondern auch menschlich sehr gut zu uns passt", so Schmedt.

Den Eindruck bestätigt Pajovic, als er über seine sportlichen Ambitionen sprach: "Ich bin nicht der Typ, der im Mittelpunkt stehen muss und erhebe auch nicht den Anspruch, auf meiner Position die Nummer eins zu sein. Ich bin ein Teamplayer und stelle mich in den Dienst der Mannschaft. Ich spiele da, wo ich gebraucht werde und der Trainer mich einsetzt. Und ich denke, ich werde mich gut mit Fabian van Olphen ergänzen. Und die Saison ist ja lang genug, dass wir beide auf unsere Zeiten kommen", so Pajovic, der aus seinem zweistündigen Gespräch mit Trainer Frank Carstens vor allem eines mitnahm: "Am 19. Juli geht‘s los."