"Der SCM, der SCM, der SCM ist wieder da ...!" Die Magdeburger Handball-Fans feierten Samstagabend nicht nur den hochverdienten 35:27 (18:13)-Heimsieg gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke, sondern vor allem auch den "Aufstieg" ihres Clubs nach Europa. Aufgrund der Schützenhilfe von EHF-Cup-Sieger Göppingen reicht den Magdeburgern, um nach dreijähriger Abstinenz wieder international mitzumischen, definitiv der siebte Platz. Dieser ist ihnen in den verbleibenden zwei Spielen nicht mehr zu nehmen.

Magdeburg. Um im zehnten Spiel in Serie ungeschlagen zu bleiben, musste der SCM am Sonnabend noch einmal eine kleine Berg- und Talfahrt hinter sich bringen. Über ein 5:3 (7. Minute), 10:6 (16.) und 13:8 (18.) gewann man früh die Oberhand. Doch machte es sich der Gastgeber durch einen unkonzentrierten und zu frühen Abschluss, einige technische Fehler sowie ein schlechtes Rückzugsverhalten noch selbst schwer. So gelang es den Gästen, auf 12:14 (24.) heranzukommen.

Die Auszeit und ein sich in dieser Phase nochmals steigernder Quenstedt im Tor (18 Paraden/ davon vier gehaltene Siebenmeter) wirkten Wunder. Auf einmal lief es wie geschmiert. Fünf Tore Vorsprung zur Halbzeit sowie die zwischenzeitliche Nachricht vom Sieg Göppingens sollten den Magdeburgern eigentlich Motivation und Zuversicht genug sein, um den Sack früh zuzumachen.

Das gelang allerdings erst, nachdem die Lübbecker noch einmal auf 17:19 (37.) verkürzen konnten. Das Zeichen zum Sturm gab schließlich der agile und mit viel Spielwitz ausgestattete Natek (6 Tore) mit seinem Doppelschlag zum 21:18 (39.). Innerhalb von drei Minuten setzte sich der SCM auf 24:18 ab – das war die Vorentscheidung. Da nun Tempo, Spielfreude, sowie Druck von der Abwehr nicht nachließen, drohten die Gäste beim 31:21 (52.) sogar unterzugehen. Durch die Bördelandhalle schwappte derweil die La-Ola-Welle...

Nachdem der 19. Saisonsieg in trockenen Tüchern war, ließ auch Trainer Frank Carstens seiner Freude über das Erreichen des Europacups endlich mal freien Lauf. Zunächst ballte er nach dem Abpfiff die Siegerfaust, genoss dann sichtlich stolz die Jubelfeiern auf dem Feld und den Rängen und klatschte schließlich alle Spieler persönlich ab.

"Entscheidendes Element war heute, dass wir das Tempospiel in der zweiten Halbzeit effektiver nutzen und so den Abstand vergrößern konnten", lobte Carstens seinen Angriff. Aber der Coach fand auch ein Haar in der Suppe: "Mit der Rückzugsarbeit war ich in der ersten Halbzeit nicht so zufrieden."

Jure Natek freute sich derweil über den Zuschauerzuspruch: "Obwohl Fußball im Fernsehen war und kein Spitzenteam zu Gast war, sind über 5000 Leute in die Halle gekommen - das ist Wahnsinn. Ich freue mich sehr, dass wir diesem tollen Publikum nächstes Jahr internationalen Handball bieten können."

Magdeburg: Quenstedt, Schulz – Weber 9/5, Jurecki 6, Natek 6, Grafenhorst 3, van Olphen 3, Wiegert 3, Doborac 2, Rojewski 1, Tönnesen 1, Coßbau 1, Landsberg, Hornke.

Lübbecke: Blazicko, Putera – Niemeyer 6, D. Svensson 5, Verjans 4/1, Olafsson 2, Remer 2, Tluczynski 2/1, Løke 2, K. Svensson 2, Hansen 1, Just 1, Alvanos, Sidomiak.

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Altenheim/Elgersweier) Zuschauer: 5064. Siebenmeter: SCM 5/5; Lübbecke 2/6. Zeitstrafen: 3/3.