Gestern Abend kochte die Bördelandhalle wie schon lange nicht mehr. Der Grund: Der SCM legte sich gegen den TV Großwallstadt und Ex-Coach Michael Biegler besonders ins Zeug, beeindruckte mit Kampf, Spielwitz, kunstvollen Treffern, tollen Torhüter-Paraden und einer 1A-Deckung. Hochverdienter Lohn war ein 30:28 (18:13)-Erfolg im Prestigeduell gegen den Tabellenachten.

Magdeburg. Die ersatzgeschwächten Gastgeber, die erneut ohne etatmäßigen Linkshänder auskommen mussten, ließen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie gegen das Team ihres ehemaligen Trainers besonders motiviert waren. Das Heft des Handels in die Hand nehmend, jagt Kabengele den Ball zum 1:0 (2. Minute) ins Tor. Und diesmal war auch sofort die Deckung auf dem Posten und gab den Großwallstädtern kaum Raum.

Zunächst aber blieb es eng (3:3/7.), dann gelang es den Gästen sogar, durch den überragenden Szücs (acht Tore) mit 4:3 (8.) in Führung zu gehen. Doch das konnte den SCM diesmal nicht vom Erfolgsweg abbringen. Weber erwies sich gestern als wahrer "Kunstschütze", brachte sein Team mit 6:5 in Front (11.). Als dann kurz darauf Müller, der an seine gute Leistung von Balingen anknüpften konnte, den frei vor ihm auftauchenden Kneer den Zahn zog, stand die Halle erstmals Kopf.

Doch es sollte noch besser kommen. Jurecki stellte die erste Drei-Tore-Führung her (9:6/16.) - Biegler sah sich zur Auszeit gezwungen, nachdem zuvor auch der Torhüter-Wechsel nicht gefruchtet hatte. Doch die Magdeburger zogen ihren Stiefel weiter durch, gaben keinen Ball verloren. Auch SCM-Kapitän van Olphen ließ sich vom Tordrang seiner Mitspieler mitreißen, hämmerte zum 13:9 (22.) ein. Ebenso ließ Kabengele, der zweimal einen Ball abfing und dann selbst im Konter zum 16:11 (27) und 18:11 (28.) abschloss, alte Klasse aufblitzen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien der SCM zum Entsetzen der Zuschauer seinen Spielfaden ein wenig verloren zu haben. Der Vorsprung schmolz auf 23:20 (46.). Doch dann drehte das Liesegang-Team noch einmal richtig auf. Müller steigerte sich zur Hochform, die Deckung machte hinten dicht und vorne ging die Post ab. Ein Tor schöner als das andere. Zum Beispiel vom eingelaufenen Grafenhorst, der per Rückhand zum 26:20 (50.) in Unterzahl traf.

Zwar wurde es zum Ende noch einmal gefährlich eng (28:26/59.), doch hatte man nicht das Gefühl, dass sich die Gastgeber diesen Sieg noch nehmen lassen könnten. So kam es dann auch.

Magdeburg: Müller, Quenstedt - Böhm, Wiegert 5, Kabengele 4, Grohmann, Krause 1, van Olphen 2, Theuerkauf 1, Grafenhorst 5, Tönnesen 3/1, Coßbau, Weber, 6/1 Jurecki 3.

Großwallstadt: Rominger, Andersson - Spatz 2, Weinhold 3, Kneer, Tiedtke 3, Larsson, Kunz 7/2, Reuter, Köhrmann 5, Szücs 8, Kossler, Holmgeirsson.

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). Zuschauer: 4020. Siebenmeter: SCM 4/2, TVG 3/2. Zeitstrafen: SCM 4 (Rot Jurecki)/TVG 3.