Für die SCM-Handballer geht es am Sonntag in der Bördelandhalle ans Eingemachte. Um 17.45 Uhr empfängt die Mannschaft von Interimstrainer Sven Liesegang, momentan auf Rang elf notiert (18:30 Punkte), den über ihr liegenden Tabellennachbarn TuS Nettelstedt-Lübbecke (19:29). Dabei geht es nicht nur darum, mit einem doppelten Punktgewinn Anschluss ans Mittelfeld zu halten, sondern auch um Wiedergutmachung für den verschenkten Sieg in Wetzlar.

Magdeburg. Für Liesegang, der sehnsüchtig auf seinen zweiten Sieg als SCM-Coach wartet, gibt es angesichts der Tabellenkonstellation und Statistik kein Zaudern und kein Zögern. "Wenn ich richtig liege, hat Nettel-stedt noch nie in Magdeburg punkten können. Wir haben also die Verpflichtung, dass das so bleibt. Und auch, damit wir den Anschluss ans Mittelfeld halten, müssen wir mit aller Macht versuchen, die beiden Punkte hier- zubehalten", erklärte Liesegang, der sein Team nach zuletzt wenig überzeugenden Heimauftritten bei den Fans in der Schuld sieht. "Wir müssen die Halle mit unserem Spiel und unseren Emotionen wieder hinter uns bringen!"

Der Trainer, dem morgen zwar alle Spieler nominell zur Verfügung stehen, sieht den Gegner nicht nur sportlich, sondern auch, was die derzeitige Personalsituation anbelangt, "auf Augenhöhe". Denn er könne nach wie vor nicht aus dem Vollen schöpfen. Vor allem von den Mitte der Woche ins Mannschaftstraining zurückgekehrten Rojewski (Muskelfaserriss) und Theuerkauf (Angina), die für Kurzeinsätze bereitstehen, sollte man laut Liesegang "keine Wunderdinge erwarten".

Aber auch die Gäste plagen Besetzungssorgen. Rückraumspieler Michal Jurecki klagt über Probleme in der Wurfschulter, Spielmacher Hansen (Bänderdehnung im Sprunggelenk) und Kreisläufer Løke (Rückenbeschwerden) konnten nicht voll trainieren. Auch Remer, Kapitän Niemeyer, Olafsson und Rui sollen angeschlagen sein. TuS-Chefcoach Patrik Liljestrand sieht die Situation so: "Magdeburg ist zu Hause besonders kampfstark, da müssen wir einfach dagegenhalten. Das wird schwer, dennoch wollen wir endlich den ersten Auswärtssieg schaffen."

Ähnlich kämpferisch geht auch Bartosz Jurecki das Spiel, das für ihn gleichzeitig ein Familientreffen ist. "Natürlich freue ich mich auf das Duell mit meinem Bruder, der genauso mit Frau und Kind in Magdeburg ist wie mein älterer Bruder, der mit seiner Familie aus Polen anreist. Aber das Familientreffen steht erst an zweiter Stelle, wichtiger ist für mich, dass wir endlich unsere kleine Krise beenden und wir gewinnen", so der Kreisspieler.

So geknickt und sichtlich enttäuscht der 31-jährige Pole nach der Niederlage in Wetzlar auf der Bank saß ("Da war ich ziemlich sauer, denn früher haben wir solche Spiele gewonnen. Aber dazu war einfach unser Angriff viel zu schlecht."), so optimistisch geht Jurecki nach dem Training der letzten Tage in die Partie: "Wir haben wirklich gut trainiert und im Angriff lief es schon viel besser. Wir müssen endlich zusehen, dass wir das, was wir im Training zeigen, auch im Spiel umsetzen. Ich kann nur soviel sagen: Jeder von uns gibt sein Bestes, denn keinem ist es egal, ob wir als Sieger oder Verlierer vom Feld gehen."