SCM-Interimstrainer Sven Liesegang muss weiter auf seinen ersten Sieg warten. Nach der Auswärtsniederlage in Flensburg mussten sich die Magdeburger gestern Abend auch FrischAuf Göppingen nach verschlafenem Start mit 30:32 (13:16) geschlagen geben. Erfolgreichster Schütze beim Siebemeterfestival – allein der SCM bekam zwölf zugesprochen – war Robert Weber (7/3). Bei den Gästen war Haaß (10/2) kaum zu bremsen.

Magdeburg. Die Göppinger, für die es in der Liga in den vergangenen Jahren in der Bördelandhalle keinen Sieg gab, waren bereits am Dienstag im festen Willen angereist, diesmal den Bock umzustoßen: "Wir haben in Magdeburg nie gut ausgesehen", räumte Velimir Petkovic ein, "aber irgendwann musste sich das ja mal ändern."

Und zu Beginn machten es die Magdeburger den Gästen auch mehr als leicht, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Zwar ging der SCM durch einen verwandelten Siebenmeter von Weber mit 1:0 in Führung, doch die Freude währte nur kurz. Die Deckung löchrig wie ein Käse, da hatte Göppingen keine Mühe einzunetzen. Drei Kaufmann-"Hammer" - und es stand 1:3 (5.). Als sich der SCM drei Minuten später noch nicht gefangen hatte und mit 2:6 in Rückstand geriet, nahm Liesegang eine Auszeit. Doch auch die Sonderbewachung für Nationalspieler Kaufmann und der in den Mittelblock eingewechselte Krause brachten nicht die erhoffte Wende. Die Abwehr blieb ein Torso, die Torhüter blass. Die allererste Parade des aus- und wieder eingewechselten Eijlers war sage und schreibe in der 23. Minute bei einem gehaltenen Siebenmeter zu bewundern. Und auch im Angriff knirschte viel Sand im Getriebe.

Tönnesen war ein Schatten seiner selbst, wurde durch Wiegert ersetzt. Jurecki kam nicht zum Zuge, Rojewski und der junge Coßbau wirkten unsicher. Als Oprea gar zum 16:10 traf (22.), waren erste Pfiffe zu hören. Zu groß war die Enttäuschung der Zuschauer auf den Rängen, dass sich ihr SCM in eigener Halle so vorführen ließ. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit schien sich der Knoten endlich zu lösen: Drei Tore in Folge, und der Rückstand konnte auf 13:16 verkürzt werden. In der Pause hatte Liesegang anscheinend die richtigen Worte gefunden, um seine Jungs wachzurütteln. Wie ausgewechselt nahmen sie nach Wiederanpfiff das Heft des Handelns in die Hand. Endlich packte die Abwehr zu, Eijlers parierte, und ab ging die Post nach vorn: Beim 21:22-Anschlusstreffer von van Olphen in Unterzahl (40.) war wieder alles offen, beim 24:23 durch einen verwandelten Strafwurf von Tönnesen (48.) sogar ein Sieg greifbar. Doch am Ende fehlten Kraft und Übersicht, die zwei Punkte festzuhalten.

SCM: Eijlers, Müller – Wiegert 1, van Olphen 5, Weber 7/3, Theuerkauf 1/1, Böhm, Tönnesen 6/5, Jurecki 2, Krause, Coßbau 3, Kabengele 1, Rojewski 4, Steinert.
Göppingen: Tahirovic, Weiner – Schweikardt 3/3, Kneule 1, Oprea 3, Thiede 3, Schöne 4, Späth, Kaufmann 7, Landsberg 1, Mrvaljevic, Haaß 10/2, Häfner, Jurca.
Schiedsrichter: Uwe Prang und Uwe Reichl (Bergheim/Köln).
Zuschauer: 4471.
Siebenmeter: SCM 12/9, Göppingen 6/5.
Zeitstrafen: SCM 3, Göppingen 6.