Der SC Magdeburg erlitt am Sonnabend seine bisher höchste Saisonniederlage. Bei den Rhein-Neckar Löwen verlor die Biegler-Truppe sang- und klanglos 21 : 40 ( 8 : 23 ). Erneut vergab der SCM vier von fünf Siebenmetern. Einzig Linksaußen Yves Grafenhorst ( 9 Tore ) zeigte eine überdurchschnittliche Leistung.

Mannheim. Das war die schwächste Vorstellung der Saison : Unzureichend vorbereitete Angriff, vorschnelle Torwürfe, technische Fehler en masse, Torhüter, die vor allem im ersten Abschnitt fast jeden Wurf passieren ließen und zu allem Überfluss auch noch die Disqualifikation von Abwehrspieler Bennet Wiegert nach seiner dritten Zeitstrafe in der 27. Minute – schon allein die Körpersprache verkündete klar, welches Teams festen Willens war, dieses Spiel zu gewinnen – die Löwen.

Biegler konstatierte denn auch : " Nachdem die Löwen ihr letztes Heimspiel vermasselt hatten, mussten wir mit dem Schlimmsten rechnen. Als dann zu technischen Fehlern auch noch die Unsicherheit hinzukam, wir mit wahllosen Schüssen nach zehn Sekunden dabei waren, schwante mir Böses. "

Den Rhein-Neckar Löwen gelang über weite Strecken alles, vor allem zwischen der 16. Minute und dem Halbzeitpfiff. Als der geniale Spielgestalter Olafur Stefansson seine Mitspieler mit Traumpässen immer wieder in Schussposition brachte, diese trafen wie sie wollten, kreisten erste La-ola-Wellen durch die SAP-Arena.

Schnell hatten die Gastgeber erkannt, dass nach dem grippebedingten Ausfall von Andreas Rojewski mit Wiegert auf Halblinks und van Olphen auf Halbrechts der SCM im Rückraum ohne Linkshänder war. Van Olphen wurde früh angegriffen und so der " Shooter " des SCM entschärft.

Nie lagen die Gäste vorn. Van Olphens Tor zum 7 : 11 ( 15. ) sollte gar jene bittere Viertelstunde einleiten, in der die Gastgeber Handball wie vom anderen Stern zeigten und bis zur Pause auf ein uneinholbares 23 : 8 davonzogen. Da passte der erste von Szmal gehaltene Tönnesen-Siebenmeter ( 29. ), das Rot für Wiegert, Gelb für Biegler und ein Gensheimer-Siebenmeter, als der Ball nach einem Pfostentreffer von Eijlers ‘ Rücken dann doch noch ins Tor sprang.

Biegler behielt nach der Partie, die Züge jenes legendären 34 : 54-Debakels beim THW Kiel vor fast genau vier Jahren hatte, dennoch die Fassung : " Trotz einer schlechten ersten Halbzeit hat meine Mannschaft Charakter bewiesen und am Ergebnis gearbeitet. Ich hatte schon vor der Saison gesagt, dass uns Rückschläge nicht erspart bleiben. Das Spiel war kein gutes, es war ein Drama. Wir haben aber schon mehrfach bewiesen, dass wir wieder aufstehen können. "