Magdeburg. " Formel 1 " statt Handball – gestern Nachmittag haben die beiden Niederländer Gerrie Eijlers und Fabian van Olphen im wahrsten Sinne des Wortes Gas gegeben, um nach ihren Nationalmannschaftseinsatz mit dem Auto schnellstmöglich von Rotterdam nach Magdeburg zurückzubrausen. Jede Minute gemeinsames Training mit der Mannschaft ist kostbar, steht doch mit dem THW Kiel morgen in der Bördelandhalle ( 20. 15 Uhr / live DSF ) ein nahezu übermächtiger Gegner ins Haus.

" Optimal ist das natürlich nicht, dass gleich fünf Spieler mit den Nationalteams unterwegs waren und wir uns nicht als komplette Mannschaft auf den Kracher vorbereiten konnten. Zudem müssen wir schon am Dienstag ran, ein Tag mehr hätte uns sicher geholfen. Aber das Programm ist nun mal leider so, und den Kielern geht es ja zum Glück nicht anders. Im Gegenteil, da dürften wohl noch mehr gefehlt haben ", mutmaßt Kapitän an Olphen.

Zum Leidwesen des Holländers, der zuletzt in Lübbecke eine erstklassige Leistung bot, gelang es ihm am Sonnabend nicht, durch einen Sieg gegen Weißrussland weiteres Selbstvertrauen zu tanken. " Wir haben nicht gut gespielt und am Ende mit zwei Toren verloren ", so van Olphen. Besser lief es zuvor beim Freundschaftsspiel gegen den OHV Aurich. " Da haben wir haushoch mit 41 : 25 gewonnen, was allerdings gegen einen Regionalligisten keine große Kunst ist. "

Große Kunst muss der SCM dagegen morgen aufbieten, will man als David das Spiel gegen den Goliath THW Kiel gewinnen. " Wir müssen einen Hammertag erwischen und alles muss passen bei uns, wenn wir das Spiel wie letztmals Ende 2006 ( 39 : 24 / d. Red ) gewinnen wollen ", weiß van Olphen, dass am Dienstag jeder Einzelne über sich hinauswachsen muss. " Das Wichtigste aber ist, dass wir den Glauben daran haben müssen, dass wir den großen THW zu

Hause schlagen können. Und wenn man sich die letzten zwei Heimspiele anschaut, dann waren wir nie hoffnungslos unterlegen, sondern haben den Kielern stets einen großen Kampf geliefert und nur knapp verloren. "

Vom Stellenwert her sei die morgige Partie kein Spiel des Jahres. " Da gibt es wichtigere, die wir gewinnen müssen. Würden wir gegen Kiel einen oder gar zwei Zähler holen, dann wären das Bonuspunkte ", gibt der Kapitän zu bedenken. " Dennoch sind die Spiele gegen Kiel immer etwas Besonderes. Zudem freue ich mich, endlich mal wieder in einer vollen Halle zu spielen. " Bis gestern Abend waren 5300 Tickets verkauft – Saisonrekord.