Magdeburg. Angesichts der nicht enden wollenden Unruhe und Ungereimtheiten im Umfeld des SCM geht nach den Spielern, die vor einer Woche öffentlich in der Volksstimme zu Geschlossenund Besonnenheit aufgerufen hatten, nun auch die Führungsetage in die Offensive.

In einem offenen Brief wendet sich das Präsidium " an Freunde und Kritiker, Fans und Förderer des Magdeburger Bundesligahandballs " und forderte zum gemeinsamen Anpacken auf. Es sei die Aufgabe, jetzt mit dem Aufbau des " neuen " SCM zu beginnen. " Erstmals seit vielen Monaten gibt es wieder ein freies Feld, eines, das neu bestellt werden kann. Wir müssen etwas daraus machen, zusammen, nicht gegeneinander ! Wir wollen vorangehen, aber wir möchten Sie dabei mitnehmen. "

Aber auch mit Kritik an der bisherigen eigenen Arbeit spart man nicht : " Wir merken, dass die Stimmung recht schlecht ist. Fans, Freunde, Sponsoren und Kritiker legen - teilweise zu Recht - die Finger die Wunden. Einiges stimmt noch nicht : die Kommunikation ist holprig, vieles intransparent, wir haben noch keinen neuen Trainer, und auch der neue Geschäftsführer steht noch nicht fest. Um es kurz zu sagen : Das Bild des SC Magdeburg wirkt regelrecht grau angesichts der prächtigen Vergangenheit des Clubs mit seinen überragenden Erfolgen, der langen Tradition und den großen Potenzialen. Dieses GRAU muss weg. "

Um aus dem " aktuellen Tief " herauszukommen, müsste es strukturelle Veränderungen geben und zwei Positionen neu besetzt werden : Die des Trainers / Sportlichen Leiters und die Position des Geschäftsführers Marketing / Finanzen. Im offenen Brief heißt es : " In beiden Bereichen arbeiten wir mit Hochdruck und führen gute Gespräche. Uns ist vollkommen klar, dass die Geduld der Fans am Ende ist. Wir fühlen uns in der Pflicht, dem gesamten Umfeld innerhalb der nächsten drei Monate sowohl den Trainer als auch den Finanzgeschäftsführer und eine zukunftsfähige Struktur zu präsentieren. "

In Bezug auf die neu zu besetzenden Trainer- und Geschäftsführerposten blieben allerdings zwei Fragen offen. Die erste : Tritt der jetzige HMD-Geschäftsführer Eckhard Lesse spätestens Ende Februar zurück, wenn sein Nachfolger feststeht ? Dazu René Bethke, Pressesprecher und SCM-Vizepräsident, auf Volksstimme-Anfrage : " Nein, das glaube ich nicht. Die Übergabe an den neuen Mann soll planmäßig zum 1. Juli erfolgen. Aber da wir Planungssicherheit brauchen, und damit auch alle im Umfeld wissen, woran sie sind, wollen wir den Namen innerhalb der nächsten drei Monate präsentieren. Das gleiche gilt im Übrigen für den Trainer. "

Heißt das, die Mannschaft könnte am 1. Januar notfalls auch ohne Trainer in die Vorbereitung auf die Rückrunde gehen ? Bethke : " Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung für den 1. Januar. Sollte uns das nicht gelingen, müssen wir wohl auch die Variante eines Übergangstrainers in Betracht ziehen, der das Team bis zum 30. Juni trainiert und dann dem neuen Coach übergibt. "