Magdeburg. Zehn Tage hat Handball-Bundesligist SCM seit dem knapp, aber dennoch eindrucksvoll 30 : 29 gewonnenen Auswärtsspiel beim TuS Nettelstedt-Lübbecke Zeit, um sich auf das – für ihn – Spiel der Spiele in Deutschlands Eliteliga einzustimmen. Nach der durch den Supercup bedingten Pause kommt es am Dienstag in der Bördelandhalle ( 20. 15 Uhr, live DSF ) zum Duell mit dem deutschen Meister und Champions-League-Finalisten THW Kiel. Die mit nur einem Minuspunkt belasteten Ostseestädter sind ebenso wie der in seinen bisherigen sieben Punktspielen verlustpunktfreie HSV Hamburg als einzige Bundesligisten noch unbezwungen.

Die Nachfrage nach Tickets für die Bördelandhalle ist erwartungsgemäß so groß wie noch nie in der laufenden Saison. Zum einen gewiss, " weil der THW eine der besten Mannschaften der Welt ist ", wie der ehemalige SCM-Abwehrchef Steffen Stiebler nur allzu gut weiß. Zum anderen hat der SCM in Lübbecke zuletzt mit seinem besten Auswärtsspiel der Saison viele Sympathien bei seinen Fans zurückgewonnen.

5000 Karten waren bis gestern bereits verkauft, und Stiebler meint : " Ich hoffe, es geht so weiter, denn die Mannschaft braucht eine volle Halle. Mit unserem Publikum im Rücken stemmt es sich gleich viel besser gegen eine Weltklassemannschaft wie den THW. "

Bei den Kielern scheint nach Einschätzung der zurückliegenden Spiele der in der vergangenen Saison zelebrierte Hochgeschwindigkeitshandball zurück zu sein. Das erlebte erst jüngst der bisherige Tabellendritte Frisch Auf Göppingen, der an der Förde mit 22 : 40 förmlich an die Wand gespielt wurde.

" Vor allem in unseren Köpfen ist das jetzt wieder drin ", betonte THW-Linksaußen Dominik Klein, der mit dem Ex-Magdeburger Nationalmannschaftskollegen Christian Sprenger immer mehr zur wirksamen Flügelzange wird. " Aber am Ende der Fahnenstange sind wir mit unserer neuen Mannschaft immer noch nicht angekommen ", verspricht Klein.

Zeit würde es für einen SCMSieg allemal. Der letzte zählbare Erfolg, das 39 : 24 vor heimischem Publikum, liegt mittlerweile fast drei Jahre zurück. Aus allen dann folgenden sechs Partien gingen die Kieler, bei denen 2008 Ex-SCM-Trainer Alfred Gislason anheuerte, als Gewinner hervor.