Magdeburg. Der SCM hat sich wie schon im Vorjahr im Pokalwettbewerb bis auf die Knochen blamiert. Nicht nur die Höhe der Niederlage in Lübbecke ( 24 : 33 ), sondern auch die Art und Weise, wie sich die Biegler-Truppe beim Erstliga-Aufsteiger kampflos in ihr Schicksal ergab und wie die Führungsspieler van Olphen, Tönnesen oder Jurecki mit untergingen, gibt zu denken. Nach diesem Tiefpunkt kann es eigentlich nur noch besser werden. Vielleicht schon beim morgigen Punktspiel ( 18. 15 Uhr ) an gleicher Stelle ... Von Janette Beck

So hatten sich Fabian van Olphen und Stian Tönnesen, die beide einst für Nettelstedt auf Torejagd gegangen waren, das Wiedersehen mit den alten Freunden nicht vorgestellt. Das Weiterkommen im DHB-Pokal hatten die Gastgeber am Mittwochabend aber dankend als " Gast-Geschenk " angenommen – denn, dass ihnen der Sprung ins Achtelfinale so leicht gemacht wird, damit hatte beim Aufsteiger wohl keiner gerechnet.

Auch Trainer Patrik Liljestrand nicht, der mit SCM-Spielmacher Tönnesen eng befreundet ist und mit seiner Familie den letzten Sommerurlaub verbrachte hatte. " Ein Kompliment an meine Mannschaft, die sich hier gegen den Favoriten hervorragend geschlagen hat. Mit so wenig Gegenwehr hatten wir nicht gerechnet, aber fünf Minuten nach der Halbzeit, als wir auf 19 : 10 davonzogen, war mir klar, dass nicht mehr viel vom SCM kommt ", war Liljestrand, der wie Tönnesen ein Haus in Ystad besitzt, überrascht über den " Freundschaftsdienst ". Denn weder die beiden Ex-Lübbecker noch ein ebenso erfahrener Jurecki waren als Führungsspieler des SCM in der Lage, das Ruder nach dem frühen 3 : 8-Rückstand ( 15. Minute ) herumreißen.

Dass der SCM, der Cupwettbewerb und Michael Biegler keine Freunde mehr werden, musste auch der im Juni scheidende Trainer konstatieren, nachdem seine Mannschaft zumindest bei den Auftritten im DHB-Pokal 2008 und 2009 ein ums andere mal patzte. " Natürlich passt mir diese Niederlage nicht, und schon gar nicht die Art und Weise. Da kam alles zusammen : Die Deckung stand schlecht, der Angriff war nicht druckvoll genug und wir haben viel zu viele technische Fehler gemacht. So muss ich sagen, wir haben verdient verloren. "

Die kritische Aufarbeitung (" Uns fehlen in der Deckung die nötige Aggressivität und im Angriffsspiel Konstanz und Sicherheit ") würde nun auf " allen Ebenen " stattfinden, kündigte der SCM-Coach angesichts des bevorstehenden Punktspiels am Sonnabend " dreitägige Reparaturarbeiten " an.

Und schon bei der Rückfahrt wollte Biegler damit beginnen, denn da man ausnahmsweise einen eigenen Video-Mann mithatte, konnte er den Spielern die Fehler, Fehlschüsse und Abwehrschwächen brühwarm vorführen. " Ich bin mir sicher, wir werden uns am Sonnabend in anderer Verfassung präsentieren. " Und auch Steffen Stiebler, der an der Seite von Geschäftsführer Eckhard Lesse das Debakel live in der Halle miterlebt hat, hofft auf eine Trotzreaktion. " Nicht der Trainer, sondern die Mannschaft stand auf der Platte und hat enttäuscht. Sie ist jetzt zuallerest gefordert, Wiedergutmachung zu betreiben. "