Magdeburg / Lübbecke. Genau 71 Stunden hatte der SC Magdeburg Zeit, die katastrophale Pokal-Vorstellung von Lübbecke zu verarbeiten. Und entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Heute Abend ( 18. 15 Uhr ) heißt es in der Merkur-Arena : " Lübbecke, die Zweite ". Diesmal geht es für die Biegler-Truppe ( Bundesliga-Zehnter ) gegen den Tabellennachbarn TuS Nettelstedt-Lübbecke ( mit nur einem um zwei Treffer schlechteren Torverhältnis Elfter ) um wichtige Liga-Punkte.

" Am Sonnabend bringt ihr aber eure erste Mannschaft mit, oder ?", meinte am Mittwochabend ein TuS-Fan leicht spöttisch. So abwegig war die Frage allerdings gar nicht. Denn nicht nur die 1700 Fans rieben sich erstaunt die Augen, was ihnen der renommierte Gast da vorgesetzt hatte. Selbst TuSCoach Patrik Liljestrand wollte es lange Zeit einfach nicht

glauben, was er 60 Minuten lang auf dem Parkett gesehen hatte. " Wenn mir einer vor der Partie gesagt hätte, dass wir als Aufsteiger den SCM derart beherrschen und teilweise mit 13 Treffern vorn liegen würden, ich hätte ihn für verrückt erklärt. "

Doch zwei Tage nach der Pokaleuphorie (" Wir wollen endlich auch einmal zum Final Four nach Hamburg ") ist bei TuS die Jubelstimmung wieder ein wenig abgeebbt. Zumindest bei den Spielern. " Ich erwarte am Sonnabend eine ganz andere Magdeburger Mannschaft ", meint denn auch Kapitän Arne Niemeyer. " Die Karten werden neu gemischt, und der SCM will sich bestimmt für die Pokalniederlage revanchieren. "

Das sieht auch SCM-Kapitän Fabian van Olphen so. " Nachdem wir die Pokalchance verspielt haben – gerade im Cup hätte der Verein den einen oder andere Euro zusätzlich einnehmen können –, ist es nun einfach unsere verdammte Pflicht, zumindest in der Meisterschaft dranzubleiben. "

Der Holländer richtet eindringliche Worte an sein Team : " Wer jetzt noch nicht wach ist, wird es nie kapieren. " In dieser Verfassung dürfe man sich nicht noch einmal präsentieren. " 60 Prozent, das reicht gegen ein Team wie TuS einfach nicht. "

Auch sich selbst nimmt van Olphen nicht aus der Kritik heraus : " Gerade gegen meinen Ex-Verein wollte ich es besonders gut machen, war hoch motiviert. Es hat nicht funktioniert. Als wir in der zweiten Hälfte noch einmal auf einen Extra-Schub gehofft hatten, ging das Ganze erst recht nach hinten los. "