Magdeburg. Bislang konnten die Füchse dem SCM in der Bördelandhalle keine Punkte abjagen. Doch im dritten Anlauf sollte ihnen dies gelingen, denn die Biegler-Truppe ließ sich gestern Abend nach einer starken ersten Halbzeit doch noch den Schneid abkaufen. Am Ende hieß es 25 : 29 ( 17 : 13 ). Vor 4800 Zuschauern war van Olphen mit sechs Treffern erfolgreichster SCM-Schütze. Bei den Gästen überzeugte Neuzugang Strand, der neunmal traf.

Bob Hanning, der Manager der nach Europa strebenden Berliner, hatte sein Team nach der jüngsten, ganz bitteren 30 : 31-Niederlage gegen Göppingen " auf Sieg gepolt ". Doch zumindest in der ersten Halbzeit ging die Rechnung nicht auf. Wohl auch, weil das Spiel mit einer Riesenüberraschung begann : In der Anfangsformation stand nämlich nicht nur Kabengele, sondern auch der ebenso durch eine Langzeitverletzung leidgeprüfte Rojewski.

Der Linkshänder hatte sich noch zu Beginn der Woche " nicht festlegen " wollen, wann er wieder auf der Platte steht : " Das kann möglicherweise noch etwas dauern, aber auch ganz, ganz schnell gehen ... ". Doch der unbedingte Wille, endlich wieder dazuzugehören und zu spielen war anscheinend größer als die Befürchtungen, ein halbes Jahr nach der schweren Sprunggelenksverletzung vielleicht doch zu früh wieder einzusteigen.

Das Comeback der beiden SCM-Rückraum-Kanoniere stellte nicht nur den Gegner vor die Aufgabe, das taktische Konzept zu ändern, sondern kam auch genau zur rechten Zeit, denn kurzfristig war Wiegert ( Hexenschuss ) ausgefallen.

Beide Teams begannen nervös. Die Berliner, bei denen der Ex-Magdeburger Heinevetter im Tor begann, fingen sich zuerst und gingen 2 : 0 in Front ( 5. Minute ). Danach war der SCM am Zuge : Zweimal Weber und Jurecki, und die Hausherren übernahmen die Führung ( 8. ). Doch die Füchse ließen sich nicht abschütteln, konnten sich beim 9 : 7 ( 18. ) sogar einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Doch der SCM kam zurück und hatte zwischen der 22. und 28. Minute seine stärkste Phase, als er unter dem Beifall des begeisterten Publikums durch sechs Tore in Folge ein 9 : 11 in ein 15 : 11 verwandelte.

Die zweite Halbzeit begann ( nicht zum ersten Mal ) mit einem kollektiven Blackout. Vor allem im Angriff war der Wurm drin. Ratzfatz war der schöne Vorsprung dahin : 18 : 19 ( 39. ). Die Füchse witterten ihre Chance, drehten nun richtig auf. Zudem steigerte sich Heinevetter im Tor, Stochl hielt vier Siebenmeter, so dass der SCM nicht mehr die Kraft hatte, den Hebel noch einmal umzulegen.

Trainer Biegler : " Natürlich können wir nicht zufrieden sein und wir müssen uns Gedanken machen, wie wir das am Dienstag in Düsseldorf besser machen. Nach einer guten ersten Halbzeit hat uns vor allem die Qualität im Abschluss gefehlt. "

SCM : Eijlers, Müller – van Olphen 6, Weber 5 / 1, Theuerkauf 1, Grafenhorst 3 / 1, Tönnesen 4 / 1, Jurecki 5, Krause, Coßbau 1 / 1, Kabengele, Grohmann.

FüchseBerlin : Heinevetter, Stochl - Bult 4, Jaszka 3, Karason 3, Schneider, Strand 9, Vatne, Kubisztal, Richwien 3, Wilczynski 3, Göde, Laen 4, Sellin.

Schiedsrichter : Prang / Reichel ( Bergheim / Köln ). Zuschauer : 4800. Siebenmeter : SCM 8 / 4, Füchse. Zeitstrafen : SCM 3, Füchse 6.