Magdeburg. Aufatmen beim SC Magdeburg : Durch den 29 : 21-Erfolg bei Aufsteiger HSG Düsseldorf hat sich die Mannschaft von Trainer Michael Biegler mit 4 : 8 Punkten ein wenig Luft verschafft und vom 15. auf den zwölften Rang vorgearbeitet. Allerdings sollte man bei aller Freude über den zweiten Saisonsieg nicht vergessen, dass ein schwacher Gegner den Magdeburgern das Gewinnen auch leichter gemacht hat als erwartet.

Es war nicht zu übersehen : Die 1800 Düsseldorfer Fans waren pappesatt. In der Hoffnung, ihre HSG würde den ersten Sieg der Saison einfahren, waren sie ins Burg-W ächter Castello gekommen. Tief enttäuscht von einer Mannschaft, die Handball zum Abgewöhnen präsentierte, zogen sie nach der Niederlage von dannen – die jubelnden SCM-Spieler vor Augen und Gesänge der mitgereisten treuesten " grün-roten " Anhänger im Ohr.

" So kurz nach dem Spiel habe ich noch keine richtige Erklärung für den Auftritt meiner Mannschaft ", fehlten auch Düsseldorfs Trainer Goran Suton in der Pressekonferenz die Worte. " Wir wollten heute mit aller Macht gewinnen, haben das aber von Beginn an nicht umgesetzt. Heute hat jeder Spieler versagt, und ich bin sehr enttäuscht ", hatte der junge Coach keine Erklärung nach dem erstliga-untauglichen Auftritt seiner Mannschaft, die im Angriff keine Mittel und Wege fand, um den starken SCM-Abwehrriegel mit Kabengele im Zentrum zu knacken.

Allein dass es Düsseldorf in gut 40 Spielminuten gerade mal auf zehn Tore brachte und Berblinger vier Treffer genügten, um am Ende als bester Werfer in die Statistik einzugehen, sagt viel über die Leistung des ideen- und kraftlosen HSG-Angriffs aus.

Dass der Klassenunterschied nicht noch mehr zutage trat, lag vor allem an Keeper Matthias Puhle. Der 23-J ährige konnte insgesamt 16 Würfe der Magdeburger entschärfen und hob sich so aus dem grauen Mittelmaß heraus.

Aber auch beim SCM war trotz des Sieges, einer starken Abwehr und eines Eijlers im Tor als sicheren Rückhalt noch nicht alles Gold was glänzt. Vor allem wurden noch zu viele Torchancen leichtfertig liegengelassen. " Dass wir im Angriff noch Reserven haben, will ich nicht abstreiten ", so Theuerkauf, der erst spät kam, dann aber gewaltig aufdrehte und sieben Tore zum Erfolg beisteuerte. " Uns fehlen nach wie vor die Alternativen : Van Olphen spielt trotz massiver

Rückenbeschwerden seit fünf Spielen auf halblinks durch, Tönnesen ist in der Mitte nach Wiegerts Ausfall fast auf sich alleine gestellt, Rojewski braucht nach seinem Comeback noch etwas Zeit. Erst recht Kabengele, der ja noch gar nicht im Angriff spielt. Dass unter diesen Umständen nicht alles rundläuft, ist doch kein Wunder ... ", warb der Kreisspieler gestern bei den Kritikern für " etwas mehr Verständnis " und hofft, dass sich die prekäre Lage bis zum Heimspiel am 16. Oktober gegen Wetzlar weiter entspannt : " Wir arbeiten daran, in zehn Tagen kann viel passieren. "