Magdeburg. Nicht nur Ala Jurecki, Mutter des Bruderpaares Bartosz ( SCM ) und Michal ( Lübbecke ), war nach dem 30 : 29 des SCM beim TuS Nettelstedt-Lübbecke am Sonnabend zufrieden. Hatte sie doch jeden ihrer Handball spielenden Söhne je einmal siegen sehen, nachdem Lübbecke die Magdeburger drei Tage zuvor aus dem Pokal geworfen hatte.

Klar, die " Analyse " der Jurecki-Mutter : " Jetzt steht es unentschieden ", ist nicht allzu tiefgründig. Woher auch ?

Die betroffenen Fachleute gehen mit ihrer Einschätzung erwartungsgemäß deutlich tiefer. SCM-Kreisspieler Bartosz Jurecki verriet zum Beispiel : " Nach unserer Pokalniederlage haben wir zwei Tage lang nur Abwehrarbeit trainiert. "

Sichtlich erleichtert zeigte sich auch SCM-Trainer Michael Biegler, der die Hauptursache für die positive Wandlung seiner Mannschaft so beschrieb : " Es gab viele Gespräche, wobei die Mannschaft sehr selbstkritisch war. Wir haben dann zweimal konzentriert trainiert. " Der 48-Jährige hob weiter das hohe Engagement des Teams hervor, das zuletzt in Lübbecke selbst den einzigen zwischenzeitlichen 22 : 23-Rückstand weckgesteckt hatte.

Anders als erst kürzlich aus der SCM-Geschäftsstelle verlautete, die Suche nach einem Linkshänder für den rechten Rückraum sei eingestellt, forderte der Coach in der Pressekonferenz erneut : " Ich hatte schon vor der Saison gesagt, dass unsere Personaldecke sehr dünn ist und es sein kann, dass wir auch einmal eine richtige Klatsche bekommen. Diesmal haben wir uns über die Mannschaft definiert. Trotzdem bleibe ich dabei : Dieses Team braucht weitere personelle Hilfe. "

Ein völlig ausgepumpter Fabian van Olphen benötigte gar einige Minuten des Sammelns, ehe der SCM-Kapitän sagte : " Wir haben 30 bis 40 Prozent besser gespielt als im Pokal. Ausschlaggebend war diesmal unsere innere Einstellung. "

Stian Tönnesen, der für seine genialen Pässe angesichts einer gut darauf eingestellten Lübbecke-Abwehr den Abnehmer nur zweimal bei Bartosz Jurecki, dafür aber ein halbes Dutzend Mal bei Nationalspieler Christoph Theuerkauf fand, machte dem TuS ein Kompliment : " Hier verlieren noch ganz andere Mannschaften. Wir waren von Anfang an zu 100 Prozent da und konnten in der Abwehr überzeugen. Zum Glück haben wir trotz der vier verworfenen Siebenmeter diesmal viele einfache Bälle verwertet. "

Theuerkauf, der offensichtlich zusätzlich angespornt ist durch seine Nationalmannschafts-Nominierung für die Handball-Supercup-Duelle gegen Norwegen ( Donnerstag ), Schweden ( Sonnabend ) und Europameister Dänemark ( Sonntag ), bemerkte : " Zweimal in drei Tagen kann man so schlecht nicht spielen. Unser Trainer hat uns dort angepackt, wo es richtig weh tut. "

Theuerkauf hofft, seinen bisherigen elf Länderspielen drei weitere folgen zu lassen : " Ich freue mich über meine Nominierung. Der Supercup ist meine erste Großveranstaltung mit der DHB-Auswahl. Diesmal will ich meine Chance nutzen und bei der EM im Januar 2010 dabei sein. " Kreisspieler Sebastian Preiß will anhaltende Achillessehnen-Probleme auskurieren. Als Ersatz für den Lemgoer hat der Magdeburger von Bundestrainer Heiner Brand eine Bewährungschance erhalten.

Nach der Bundesligapause wegen des Supercups kommt es für den SCM allerdings " ganz dicke ". Am 3. November ist der deutsche Meister und Tabellenführer THW Kiel in der Bördelandhalle zu Gast. Nach der herzerfrischenden Leistung vom Sonnabend dürften die Tickets für dieses Spiel weggehen wie warme Semmeln. Und am 11. November spielt die Biegler-Sieben dann beim HSV Hamburg.