Sehnsüchtig warten die Handballer des SCM, dass die drei Langzeitverletzten Damien Kabengele ( Schulter ), Fabian Böhm ( Bandscheibe ) und Andreas Rojewski ( Sprunggelenk ) wieder auf die Platte zurückkehren. Für das richtungsweisende Heimspiel gegen die Berliner Füchse am Sonntag ( 17. 45 Uhr ) gibt es einen echten Hoffnungsschimmer, dass zumindest Kabengele für erste Kurzeinsätze Gewehr bei Fuß steht.

Magdeburg. Bereits gegen Hannover-Burgdorf am vergangenen Sonntag deutete sich das Ende der Leidenszeit an. Da stand der Kongolese seit seinem endgültigen Saison-Aus Mitte Mai ( die Verletzung trat erstmals beim Füchse-Spiel im März auf ) wieder auf dem Protokoll. Und auch bei der Erwärmung war Kabengele mittendrin statt nur dabei, dann aber nahm der Rückraum-Kanonier bei Anpfiff doch wieder den verhassten Platz hinter der Bank ein.

" Jeder Tag Training und Reha zählt, und ich möchte nicht wieder

den Fehler machen, zu früh einzusteigen ", begründet " Kaba " seine vornehme Zurückhaltung. Diese ringt dem Handballer, der offensichtlich Hummeln im Hintern hat, allerdings einiges ab : " Nichts ist schlimmer, als zusehen zu müssen und nicht helfen zu können. Natürlich möchtest du, wenn du ins Mannschaftstraining zurückgekehrt bist, auch so schnell als möglich wieder spielen ", gibt der Rechtshänder zu, nur widerwillig die Bremse anzuziehen.

Doch nun fühlt sich der 1, 96 Meter große Publikumsliebling fi t genug, um seiner Mannschaft auch tatsächlich eine Hilfe zu sein. " Am meisten Probleme haben wir in der Abwehr. Und ich bin jetzt bereit, um dort zeitweise auszuhelfen und für Entlastung zu sorgen. Das ist ganz wichtig. Ich bin zwar schmerzfrei, aber natürlich reicht meine Kraft noch nicht für die ganze Spielzeit ", warnt der 28-J ährige wie auch Trainer Michael Biegler (" Wir reden hier von Kurzeinsätzen und Aushelfen, nicht von eins zu eins Ersetzen. ") vor zu großen Erwartungen.

Und er macht auch kein Geheimnis daraus, dass es trotz nahezu täglicher Sonderschichten mit Physiotherapeut Andreas Grote noch Wochen braucht, bis er wieder ganz der Alte ist : " Vor allem im Angriff bin ich längst noch nicht bei 100 Prozent, auch wenn ich mit meinem Freund Andreas viel und hart arbeite. Aber die Natur braucht Zeit, die Muskeln in der Schulter sind noch nicht so, wie sie sein müssen. Weil dies so ist, muss ich mehr mit dem Kopf als mit ganzem Körpereinsatz spielen, das wird nicht so einfach ", weiß Kabengele.

Dennoch will er mit seinen Kurzeinsätzen in der Abwehr vor allem Youngster Dennis Krause ein wenig unter die Arme greifen, der im Spiel noch nicht jederzeit auf der Höhe der Aufgabe ist. " Dennis ist erst 21, und er macht natürlich Fehler. Aber wir müssen ihm Zeit geben, um zu lernen und ihm das Vertrauen schenken ", wirbt der Erfahrene um Verständnis für den Abwehrlehrling und fügt hinzu : " Das zeichnet doch eine Mannschaft aus, dass man zusammensteht und die Fehler des anderen versucht auszubügeln. "