SCM: Eijlers, Müller – Wiegert 5, Grohmann, Krause 1, van Olphen 5, Theuerkauf 3, Grafenhorst 1, Tönnesen 6/1, Coßbau 4/3, Weber 6, Jurecki 3, Steinert.

Hannover: Meyer, Hübe - Przybecki 9, Jonsson, Habbe 1, Pauzuolis, Jurdzs, Buschmann 4, Stelmokas, Lehnhoff 5/2, Hohenberg 2, Rydergard, Brack 2/1, Bedzikowski 5.

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin/Berlin). Zuschauer: 3716. Siebenmeter: SCM 5/4; Hannover 4/3. Zeitstrafen: SCM 4, Hannover 6.

Magdeburg. Null Punkte auf der Habenseite, dazu ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger – der SC Magdeburg hatte am Wahlsonntag keine andere Wahl: Er musste gewinnen. Und, er hat gewonnen. Nach drei Niederlagen zum Auftakt fuhr die Biegler-Truppe beim 34:28 (19:13) über den TSV Hannover-Burgdorf die ersten Zähler der Bundesliga-Saison ein. Vor der enttäuschenden Kulisse von 3716 Zuschauern waren Tönnesen und Weber (je sechs) die Top-Torschützen.

Da jeder im Team wusste, was die Stunde geschlagen hatte (Weber: "Wir haben hart auf dieses Spiel hintrainiert, denn wir wussten, wir müssen unbedingt gewinnen"), wollte der Gastgeber im zweiten Heimspiel der neuen Spielzeit keine Zweifel aufkommen lassen, wer der Herr im Hause ist. Doch den ersten Torwurf von van Olphen, der im rechten Rückraum den nach wie vor schmerzlich vermissten Linkshänder ersetzen musste, wurde vom Gäste-Keeper Meyer vereitelt.

Doch zum Glück war auch Eijlers in Magdeburger Kasten hellwach, zog dem Ex-Magdeburger Hohenberg im Tempogegenstoß gleich den Nerv. So blieb es dem gestern von Beginn an gut aufgelegten Spielmacher Tönnesen vorbehalten, den SCM in Führung zu bringen.

Doch noch gelang es der Biegler-Truppe nicht, den Plan, sich möglichst schnell abzusetzen, auch in die Tat umzusetzen. So blieb es bis zum 10:9 (17. Minute) eng. Vor allem der Rückraum der Gäste machte der SCM-Deckung Probleme. Erst als die Positionen im Mittelblock getauscht wurden, gelang es Kapitän van Olphen wesentlich besser als zuvor Krause, die Kreise von Przybecki einzuschränken. Dennoch konnte der polnische Nationalspieler insgesamt neunmal die Abwehr der Magdeburger und Torhüter Eijlers überlisten. Damit war der "Halblin ke" mit Abstand der beste Torschütze seines Teams.

Doch als beim SCM Regisseur Tönnesen dem Spiel immer mehr seinen Stempel aufdrücken konnte, der Norweger als "Vorarbeiter" und als Vollstrecker zu überzeugen wusste, ging die Rechnung endlich auf und der SCM baute seinen Vorsprung von 13:10 (21.) über 15:10 (24.) bis zum 19:13-Halbzeitstand aus.

Zu Beginn der zweiten Hälfte sündigte der Gastgeber gleich zweimal in der Chancenverwertung (Wiegert/ Tönnesen), so dass Hannover auf 15:19 (33.) verkürzen konnte. Auch danach leisteten sich die Magdeburger einige Unkonzentriertheiten in der Deckung sowie im Angriff. Unter anderem konnte man zweimal aus einer doppelten Überzahl kein Kapital schlagen. Allerdings fiel das beim 21:17 (37.) und 25:20 (44.) nicht all zu sehr ins Gewicht, so dass es am Erfolg der Magdeburger am Ende keinen Zweifel gab.

Dieser Meinung war nach dem Abpfiff auch Neuzugang Weber, der vor allem in der zweiten Hälfte Akzente setzen konnte. "Wenn man ehrlich ist, dann war der Sieg heute nie in Gefahr. Allerdings kassieren wir in der Defensive noch immer zu viele Treffer. Zudem fehlen uns vorn noch die einfachen Tore. Dass wir aus einer doppelten Überzahl nichts machen, darf nicht passieren – schon gar nicht zweimal." Und Torhüter Eijlers jubelte: "Jetzt geht‘s los! Der Sieg war der erste Schritt, weitere werden folgen."

Auch Trainer Michael Biegler war froh, das erste echte Erfolgserlebnis verbuchen zu können: "Die zwei Punkte mussten dringend eingefahren werden, und sie wurden eingefahren. Allerdings muss noch mehr Effizienz rein. Vor allem was das Deffensiv- und Rückzugsverhalten anbelangt, war ich noch nicht ganz zufrieden."