Bremen. SCM-Kreisläufer Christoph Theuerkauf lächelte und lehnte sich an die Wand. Man hätte im Bremer AWD Dome das Licht ausknipsen können, fast so wie beim Beleuchtungsausfall am Tag zuvor im abgebrochenen Testspiel gegen Minden, und man hätte ihn am breiten Grinsen immer noch erkannt.

Warum auch nicht, schließlich war seine Mannschaft gerade ins Finale des hochkarätig besetzten Handball- " Erima Cups " in Bremen eingezogen. Mit einem nie geglaubten 31 : 29-Erfolg im Siebenmeterwerfen über den hoch gewetteten HSV Hamburg, der am Ende mit einem 32 : 28-Erfolg über den TBV Lemgo Dritter wurde.

" Wie wir das mit diesen Verletzungssorgen geschafft haben, weiß ich auch nicht ", wunderte sich selbst SCM-Trainer Michael Biegler über den Finaleinzug, in dem seine Schützlinge schließlich der SG Flensburg-Handewitt klar mit 28 : 34 unterlagen.

Zwei Minuten vor Ultimo hatte Magdeburgs angeschlagener Spielmacher Stian Tönnesen die Hamburger Lässigkeit im Halbf - nale mit dem Anschlusstreffer zum 26 : 27 bestraft. Statt den Sack nun endgültig zuzumachen, scheiterte Flohr in Überzahl an SCM-Keeper Gerrie Eijlers, buchstäblich in allerletzter Sekunde jagte schließlich Tönnesen dem HSV-Schlussmann Johannes Bitter – Theuerkauf war auf Außen gefoult worden – das Leder per Strafwurf zum überglücklichen 27 : 27 in die Maschen.

Und es wurde für Hamburg noch bitterer, um beim Ex-Magdeburger Torwart zu bleiben. Er und sein Kollege Sandström hatten gegen die Magdeburger Siebenmeterschützen keine Chance, Eijlers ( gegen Nationalspieler Jansen ) und der Ex-Hamburger Keeper Jürgen Müller ( gegen Flohr ) machten es besser – 31 : 29.

" Wir sind hier hergekommen, um mit unserer Aufstellung Spaß zu haben. Den haben wir jetzt schon ", genoss Theuerkauf das Glücksgefühl nach dem Halbf - nalsieg in vollen Zügen. Mehr Emotionen gab es davon allerdings auch nicht, denn im Finale hatten die Gladiators in der gesamten Partie gegen Flensburg nicht den Hauch einer Chance und kassierten eine klare 28 : 34 ( 12 : 17 ) - Niederlage. " Da machte sich unser schmaler Kader bemerkbar, wir waren einfach platt ", so " Theuer, nachdem Flensburg den Magdeburger 4 : 2-Angriff – Jurecki und Theuerkauf spielten durchweg am Kreis – besser in den Griff bekommen hatten als tags zuvor die Hamburger.

" Trotz der Umstände hat sich mein Team gut verkauft ", befand Biegler. Dafür hatten unter anderen die Haupttorschützen Stian Tönnesen ( 11 / 5 ), Robert Weber ( 11 / 5 ), Christoph Theuerkauf ( 10 / 3 ) und Bartosz Jurecki ( 9 ) gesorgt.