Magdeburg : Heinevetter, Müller – Kabengele 3, van Olphen 1, Grohmann, Theuerkauf 7 / 4, Grafenhorst 7, Tönnesen 2, Jurecki 1, Vasilakis 6, Stiebler, Wiegert, Sprenger 2, Böhm.

Gummersbach : Fazekas, Stojanovic – Ilic 8 / 4, Szilagyi, Alvanos 3, Gunnarsson 2, Rahmel, Zrnic 3 / 1, Krantz 1, Tuzolana, Wagner 2, Vukovic 4, Pfahl 3, Lützelberger.

Schiedsrichter : Methe / Methe ( Vellmar ). Zuschauer : 4800. Siebenmeter : SCM 6 / 4, VfL 7 / 5. Zeitstrafen : SCM 6 / Rot Kabengele und Stiebler ; VfL 6 / Rot Krantz.

Magdeburg. Die Handballer des SCM sind auf den letzten Drücker doch noch auf den Zug aufgesprungen, der sie in den Europacup bringen könnte – weitere Punktgewinne in den letzten vier verbleibenden Spielen der Saison natürlich vorausgesetzt. Nach drei sieglosen Partien bezwang die Biegler-Truppe gestern Abend vor 4800 Zuschauern in der Bördelandhalle den VfL Gummersbach in einer hitzigen Partie mit 29 : 26 ( 13 : 11 ). Herausragend : " Teufelskerl " Heinevetter im Tor sowie Grafenhorst und Theuerkauf ( beide 7 Tore ).

Gäste-Trainer Sead Hasanefendic hatte zwar sein Team darauf vorbereitet, dass der SCM sich nach dem blamablen Aus im EHF-Cup-Achtelfinale kein zweites Mal einfach so die Butter vom Brot nehmen lassen wird, dennoch war der VfL-Coach die Partie selbstbewusst angegangen : " Wir haben schon im Februar in Magdeburg gewonnen, warum soll uns das nicht wieder gelingen ? Wir wollen auf jeden Fall die Leistung von damals bestätigen. "

Doch dieses ehrgeizige Vorhaben ging gestern in die Hose, obwohl Gummersbach erstmals seit Wochen wieder den kompletten Kader aufbieten konnte.

Der Beginn war vielversprechend. SCM-Trainer Biegler hatte von seiner ersten Reihe vollen Einsatz gefordert, und er wurde nicht enttäuscht. Der wieselflinke Grafenhorst ( sechs Tore in der ersten Halbzeit ), war genau wie der Rückraum ( Vasilakis / Kabengele ) und Keeper Heinevetter auf dem Posten. So war die 6 : 4-Führung ( 12. Minute ), erzielt durch einen Grafenhorst-Konter in doppelter Unterzahl, mehr als verdient. Doch dann verlor der Gastgeber – mit " freundlicher Unterstützung " der Schiedsrichter Methe / Methe – den Spielfaden. Gummersbach fand zurück ins Spiel, holte auf und ging sogar mit 7 : 6 ( 16. ) in Führung.

Doch der SCM ließ nicht locker : Vier Tore in Folge, und schon sah die grün-rote Handball-Welt beim 10 : 7 wieder besser aus. Dann aber reihten sich erneut technische Fehler und leichtfertig vergebene Chancen aneinander. Statt den Vorsprung weiter auszubauen, schmolz dieser zum 10 : 10 ( 26. ) zusammen. Aber erneut gelang es der Biegler-Truppe, sich aus der Klemme zu befreien. So ging es mit einem kleinen Polster in die Kabine.

Gummersbach erwischte den besseren Start in Hälfte zwei. Nach dem 13 : 13-Ausgleich entwickelte sich ein dramatisches Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Führung wechselte mehrfach, keinem Team gelang es, sich abzusetzen ( 20 : 20 / 44. ).

In der 46. Minute drohte die Partie, völlig aus den Fugen zu geraten. Erneut erhitzten sich die Gemüter an den oft fragwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter. Der SCM musste sogar 90 Sekunden mit drei Feldspielern auskommen.

Nun aber brannten die Magdeburger lichterloh ( 25 : 22 / 51. ). Mit dem Mut der Verzweif ung, einem über sich hinauswachsenden Heinevetter, einem treffsicheren Theuerkauf und einem tollen Publikum als Faustpfand gelang es den Magdeburgern, den Kopf endgültig aus der Schlinge zu ziehen : Hut ab vor dieser kämpferisch starken Leistung !