Magdeburg. Den Finaleinzug im EHF-Pokal im Rücken, die Final-Four-Teilnahme am kommenden Wochenende vor sich, ist für den VfL Gummersbach das morgige Duell in der Handball-Bundesliga ( Anwurf 20.15 Uhr, Bördelandhalle ) mit dem SCM voller Brisanz. Die Oberbergischen tanzen noch auf drei Hochzeiten, die Biegler-Truppe will mit einem Sieg ihre Chance auf internationalen Handball erhalten.

Mit dem Einzug ins EHF-Cup-Finale gegen BM Aragon Saragossa erreichte der VfL erstmals seit 1983 wieder in ein europäisches Endspiel. Ein Blick zurück : Vor fast genau zwei Jahren sicherte sich der SCM im Finale eben jenes Wettbewerbes bei den Spaniern ihre letzten großen Meriten.

" Schon nächsten Samstag spielen wir beim Final Four. Wir müssen weiterhin konzentriert bleiben ", bremste VfL-Geschäftsführer Francois-Xavier Houlet die Euphorie. Erfolge und vor allem wieder mal ein Titel sind für Gummersbach von existenzieller Bedeutung, um den rund 4,5 Millionen hohen Etat auch 2009 / 2010 stemmen zu können. Bekanntlich vereinbarte der VfL mit seinen Spielern eine Gehaltsreduzierung für die Monate März, April und Mai um 25 Prozent, um die Liquidität zu sichern. Diese gestundeten Beiträge sollen im Juni überwiesen werden. Die Antrittsprämie für das Final Four von 150 000 Euro wird dabei ebenso helfen wie der sich abzeichnende Wechsel von Ilic ( Wechsel nach Kiel ) und der anvisierte Gewinn des EHF-Cups.

Und ausgerechnet der Stachel des 20 : 30 im EHF-Pokal-Rückspiel vom 21. Februar in der Bördelandhalle sitzt bei den SCM-Spielern noch tief. Hatten die Elbestädter doch eine Woche zuvor mit ihrer knappen 24 : 26-Auswärtsniederlage in Gummersbach die Tür in die Vorschlussrunde bereits einen Spalt weit geöffnet …

  • Die Handball-Bundesliga wird nach derzeitigem Stand kommende Saison nur drei statt wie in diesem Jahr vier Teams in die Champions League schicken. Demnach sind die beiden Ligabesten direkt qualifiziert, der Dritte müsste in die Qualifikation, die allerdings als leicht lösbare Aufgabe gilt.

  • In diesem Jahr hatten nach den direkt qualifizierten Kiel, Hamburg und Flensburg die Rhein-Neckar Löwen die Qualif kation geschafft. Im kommenden Jahr wird das Teilnehmerfeld von 32 auf 24 Teams reduziert. Auch im Falle eines deutschen Sieges in der Königsklasse in diesem Jahr, wird es 2009 / 2010 aber keinen weiteren deutschen Startplatz geben. Dahinter erhält die Bundesliga nach aktuellem Stand zwei Plätze für den EHF-Pokal und einen für den Pokalsiegerwettbewerb. Sollten die Halbfinalisten Gummersbach ( EHF ) und Nordhorn ( Pokalsieger ) ihre Wettbewerbe gewinnen, wäre ihnen die Teilnahme im kommenden Jahr als zusätzlicher deutscher Starter erneut sicher. Nordhorn, das nach eröffnetem Insolvenzverfahren als Bundesliga-Absteiger feststeht, darf allerdings nur international spielen, wenn es die Lizenz für die 2. Liga erhält.