Magdeburg. Selten war die Konstellation so eindeutig : Der SCM muss das heutige Heimspiel gegen den Stralsunder HV ( 19. 30 Uhr / Bördelandhalle ) gewinnen – komme, was wolle. Auch die dünne Personaldecke dürfe keine Ausrede sein, meinte Sportdirektor Stefan Kretzschmar angesichts der jüngsten Ausfälle von Kabengele und Vasilakis. " Es stehen noch drei Spiele aus. Eines davon müssen wir von der Papierform her gewinnen – das gegen Stralsund. Wir dürfen uns also nicht vor der Verantwortung drücken und müssen das Ding zu Hause ziehen. "

Die gute Nachricht vornweg : Der SC Magdeburg wird dank ereneuter Unterstützung aus der zweiten Mannschaft ( Böhm, Coßbau, Grohmann ) auch heute 14 Spieler auf dem Protokoll zu stehen haben. Doch das war es dann auch schon mit positiven Meldungen aus dem Mannschaftskreis vor der Partie gegen den bereits sportlich angestiegenen Stralsunder HV. Das Personalkorsett ist nämlich heute enger geschnürt denn je. Vor allem die rechte Seite wird mehr und mehr zur Achillesferse, nachdem zum Langzeitverletzten Rojewski nun auch noch Vasilakis nach Mittelhandbruch ausfällt. Doch damit nicht genug Probleme : auch Kabengele laboriert an einer Schulterverletzung und wird fehlen. " Möglicherweise fällt er sogar für den Rest der Saison aus ", bedauert Trainer Michael Biegler das Fehlen des Rückraumspielers und forderte rückblickend auf die Melsungen-Niederlage eine konsequentere Chancenverwertung sowie eine vernünftig stehende aggressive Abwehr.

Auch den Spielern ist bewusst, was im Kampf um einen internationalen Startplatz die Stunde geschlagen hat : " Aufgrund der Ausfälle waren wir in der Vorbereitung vielmehr mit der eigenen Mannschaft beschäftigt als mit dem Gegner ", erklärt Kapitän van Olphen, der zusammen mit Theuerkauf Bieglers Option auf die Besetzung des rechten Rückraums ist. " Uns fehlen vier wichtige Leute, und aus der zweiten Mannschaft ist auch nichts mehr rauszuholen, weil dort auch alle Linkshänder verletzt sind. Dennoch müssen wir die zwei Punkte holen. Wichtig ist die Einstellung, so etwas wie gegen Balingen, wo wir was auf die Fresse bekommen haben, darf uns nicht noch einmal passieren. "

Seelischen und moralischen Halt erhielten Trainer, Mannschaft und auch Fans, die mit dem SCM derzeit stürmische Zeiten durchleben, von Rücken-Sponsor GETEC. Das Magdeburger Unternehmen verlängerte am Mittwoch seinen Sponsorenvertrag nicht nur um ein Jahr, sondern stockte das Gesamtbudget für die erste und zweite Mannschaft auf 200 000 Euro auf. " Was der Sport in diesen schwierigen Zeiten braucht, ist Verlässlichkeit und Kontinuität ", erklärte Firmenchef Karl Gerhold, der gleichzeitig auch Mitglied des SCM-Aufsichtsrates ist. " Aber auch in Zeiten der Verunsicherung muss es nach vorn gehen. Das Ziel ist der Erhalt erstklassigen Handballs in Magdeburg. Ich sehe dafür hier nach wie vor mit dem Olympiastützpunkt und der zweiten Mannschaft sehr gute Voraussetzungen ", hofft Gerhold mit der Verlängerung des Sponsorenvertrags zu verbesserten Konditionen " ein positives Signal pro SCM " gesetzt zu haben.