Magdeburg. Ein so spannendes, intensiv geführtes und trotzdem über weite Strecken gutklassiges Bundesliga-Duell hatte bei den Handballern des SC Magdeburg zuletzt Seltenheitswert. Um so größer war der Jubel nach dem 29 : 26-Heimerfolg am Dienstagabend gegen den VfL Gummersbach bei Mannschaft, Trainer und den begeistert mitgegangenen Zuschauern in der Halle. Mit dem Sieg über den Vf, den insgesamt 18. in der Saison, hat die Biegler-Truppe nicht nur erfolgreich Revanche für das bittere Aus im EHF-Pokal genommen und die Negativserie von drei sieglosen Spielen in Folge gestoppt, sondern auf Rang sieben auch wieder Tuchfühlung zu einem Europapokal-Startplatz.

" Hut ab, was die Mannschaft heute rausgeholt hat. Das war das Erfolgserlebnis, das wir dringend gebraucht haben ", konstatierte SCM-Coach Michael Biegler nach der Partie und lobte vor allem die starke kämpferische Einstellung seiner Spieler. " Egal, was drumherum passierte oder wie groß der Rückstand war, die Mannschaft hat sich nicht von ihrem Weg abbringen lassen. Wir haben uns mehrfach ins Spiel zurückgekämpft, das war uns zuletzt ja nicht so gelungen. "

Vor allem in der Schlussviertelstunde bewiesen die Magdeburger Übersicht und Nervenstärke. Jurecki hatte von den alles andere als souverän wirkenden Schiedsrichtern Methe / Methe eine umstrittene Zeitstrafe bekommen. Sportdirektor Stefan Kretzschmar protestierte darauf heftig auf der Bank, dies zog eine weitere Zeitstrafe nach sich. Als letztendlich auch noch Kabengele nach einem Foul Rot sah, standen nur noch drei Magdeburger auf dem Feld.

Das war der Knackpunkt in der Partie, denn nun hieß es : jetzt erst recht ! Die 90 Sekunden in dreifacher Unterzahl überstand der SCM schadlos. " Wir hatten in den letzten Wochen den Siegeswillen und Kampfgeist verloren. Auch heute waren wir nicht fehlerfrei, aber dafür haben wir in der entscheidenden Phase zu alten Tugenden zurückgefunden ", freute sich Kreisspieler Christoph Theuerkauf, der mit sieben Toren der zweiten Halbzeit seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt hatte.

Kretzschmar war hingegen froh, dass seine Undiszipliniertheit auf der Bank, die er im Nachhinein mit seinem angegriffenen Nervenkostüm erklärte, ohne schlimme Folgen blieb : " Das darf eigentlich nicht passieren und hätte auch schiefgehen können, aber es ging für uns ja auch um sehr viel, das war ein Vier-Punkte-Spiel ", so der Sportdirektor, der sich dennoch mit Kritik an den Schiedsrichtern zurückhielt – auch, weil man letztendlich gewonnen habe. So beließ es " Kretzsche " bei einem allgemeinen Kommentar : " Nicht alle hatten heute Bestform ... "

Gäste-Trainer Sead Hasanefendic hatte dagegen kein Problem damit, den Sieg des SCM anzuerkennen : " Es war ein interessantes und gutes Bundesligamatch zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Am Ende hat der gewonnen, der den stärkeren Punch hatte. Und das war eben Magdeburg. Wir wollten wie im Februar ein positives Resultat erreichen, aber diesmal hatte der SCM ein wenig mehr Spritzigkeit. " Vor allem in Unterzahl habe der Gegner sehr stark gespielt, so Hasanefendic weiter. " Wir dagegen haben unsere Torchancen nicht genutzt und sind zu oft am überragenden Heinevetter gescheitert. Das und der Heimvorteil waren am Ende spielentscheidend. "