Magdeburg. Handball-Bundesligist SC Magdeburg hat – wie auch der VfL Gummersbach und der HSV Hamburg – die Lizenz für die Spielsaison 2009 / 2010 nur unter Bedingungen erhalten. Das teilte die Lizenzierungskommission HBL am Mittwoch mit. Die für eine Lizenzerteilung zu deckende Etatlücke der Handball Magdeburg GmbH ( HMD ), der ausgegliederten Prof abteilung des SCM, beträgt nach eigenen Angaben 600 000 Euro.

Der Nachweis, wie die Finanzlücke geschlossen werden soll, muss bis zum 4. Juni erfolgen. " Da die Bedingungen aus meiner Sicht erfüllbar sind, bin ich zutiefst davon überzeugt, dass wir die Lizenz endgültig erteilt bekommen ", sagte der zum 30. Juni aus dem Amt scheidende Handball-Manager Holger Kaiser gestern der Volksstimme. Andere Vereine müssten bis zum Stichtag bestimmte Summen auf den Tisch legen. Kaiser : " Bei uns reicht es der HBL, wenn wir auf dem Papier glaubwürdig nachweisen, wie wir das Geld aufbringen wollen – beispielsweise durch Bürgschaften oder noch zu erwartende Sponsorengelder. "

Anfang nächster Woche will Kaiser alle Verantwortlichen des Vereins an einen Tisch holen. Der Noch-Geschäftsführer verwies darauf, dass die f nanzielle Situation der HMD den entscheidenden Gremien nicht neu sei. " Bereits seit Ende des vorigen Jahres haben alle, die es wissen müssen, Kenntnis darüber, dass es eine Unterdeckung in der betreffenden Höhe geben wird. Dennoch bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir die Kuh rechtzeitig vom Eis bekommen. "

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation des Vereins und das Machtvakuum im Klub erklärte HMD-Aufsichtsratsmitglied Karl Gerhold auf einer Pressekonferenz des SCM : " In diesen Zeiten ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Die internen Querelen müssen endlich beendet werden. Kein Unternehmen kann es sich erlauben, so lange führungslos zu sein wie der SCM ", so Gerhold.

Der Chef der Firma GETEC gab zugleich die Verlängerung des Sponsorenvertrages seines Unternehmens um ein weiteres Jahr ( rund 200 000 Euro Gesamtbudget für die erste und zweite Mannschaft ) bekannt. Er hoffe, dass " dies ein Signal für andere ist, auch und gerade in Krisenzeiten zum SCM zu stehen ", sagte er. Um auch in Zukunft Erstliga-Handball in Magdeburg bieten zu können, müsse nun gemeinsam überlegt werden, " wie die Einnahmen erhöht oder die Kosten gesenkt werden können ".

In diesem Zusammenhang ist auch ein vorzeitiger Verkauf von Nationalspieler Christian Sprenger, der einen Vertrag bis 2010 besitzt, zum Meister THW Kiel ein Thema. Zwar betonte Sportdirektor Stefan Kretzschmar, dass ihm aus sportlicher und persönlicher Sicht das Herz bluten würde. Aber : " Wenn Sprengers Wechsel für den Erhalt des Bundesliga-Handballs in Magdeburg unvermeidbar ist, werden wir wohl zustimmen. " Nach Volksstimme-Informationen ist eine Ablösesumme von 200 000 Euro im Gespräch.

Eckhard Lesse, der am 18. Juni als bislang einziger Kandidat für die SCM-Präsidentschaft antritt, plädiert indes für eine stärkere Einbindung des sportlichen Nachwuchses. " Wir müssen noch mehr auf die eigenen Talente setzen und diese auch langfristig an den Verein binden ", sagte er.