Magdeburg. Fabian van Olphen, der momentan noch an einer Knieverletzung laboriert, erlebte das Punktspiel am Sonnabend bei GWD Minden aus ungewohnter " Perspektive ". Der SCM-Kapitän vertrat Sportdirektor Stefan Kretzschmar, der den Verein zur gleichen Zeit beim " Gipfel " der Group Club Handball ( GCH ) in Hamburg repräsentierte. Doch seine Premiere als " Co " von Trainer Michael Biegler war " leider nicht von Erfolg gekrönt " und die 25 : 28-Niederlage seiner Mannschaft lag ihm auch gestern noch schwer im Magen.

Seit dem Wochenende läuten beim SCM die Alarmglocken. Nach der Negativ-Serie von 7 : 11-Punkten aus den vergangenen neun Pf ichtspielen läuft die Biegler-Truppe Gefahr, den Kredit, den sie sich in der Tabelle aber auch bei den Fans mit einer Top-Hinrunde hart erarbeitet hat, im Saison-Schlussspurt zu verspielen. Derzeit rangiert der SCM mit 36 : 22 Punkten nur noch auf Rang acht. Nach Ansicht von Sportdirektor Stefan Kretzschmar " muss man aber aufgrund der äußerst komplizierten Konstellation am Ende mindestens Fünfter werden, um ganz sicher zu gehen, dass man in der kommenden Saison im Europacup spielt ". Den fünften Rang nimmt derzeit Göppingen ein ( 39 : 21 ).

Auch Fabian van Olphen bangt um das nach der sehr erfolgreichen Hinrunde nach oben hin korrigierte Saisonziel. " Lange Zeit sah es gut für uns aus. Dass es jetzt eng wird, haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir müssen so schnell wie möglich die Negativ-Erlebnisse der letzten Wochen aus dem Kopf bekommen und nach vorn schauen, damit wir unser Ziel nicht aus den Augen verlieren ", so der 28-Jährige, der " volle Konzentration " auf das nächste Spiel am 5. Mai gegen Gummersbach fordert, selbst aber noch nicht aktiv ins Geschehen eingreifen kann. " Wir müssen zusehen, dass wir das Eis endlich brechen. Gegen Gummersbach muss ein Sieg her. Und ich bin sicher, jedem von uns ist klar, dass dieses Heimspiel für uns ein Vier-Punkte-Spiel ist. "

Aber der Holländer weiß auch, dass alles einfacher gesagt ist, als getan. " Im Moment befinden wir uns auf Talfahrt und es gelingt uns einfach nicht, sie zu stoppen. Ich glaube, das ist Kopfsache. Wille und Einstellung sind ja da, aber sobald sich die ersten Fehler einschleichen und etwas nicht klappt, fällt alles in sich zusammen. Jeder denkt :, jetzt geht das schon wieder los ‘ und macht sich Gedanken warum und wieso. "

Anders, als in der Hinrunde, wo man sich in kritischen Situationen gegenseitig aufgebaut hat und aus dem " Wir-Gefühl " Kraft schöpfte, sei jetzt jeder mit sich selbst beschäftigt, glaubt der Kapitän, einen Kardinalfehler entdeckt zu haben : " Aber dass jeder zuerst bei sich selbst nach Fehlern sucht, hat nichts mit Egoismus zu tun. Dennoch kann das nicht alles sein. Wir müssen wieder mehr als Mannschaft zusammenf nden und uns gegenseitig aus dem Loch ziehen. Wir müssen wieder mehr Vertrauen zueinander haben und an uns glauben ", so van Olphen.

Dass vielleicht die frühzeitige Ankündigung von Biegler, den Verein nach Vertragsende in Richtung Großwallstadt zu verlassen, die Mannschaft verunsichert und ins Wanken gebracht hat, glaubt van Olphen nicht : " Rückmeldungen, die in diese Richtung gehen, habe ich aus der Mannschaft bislang nicht erhalten. Jeder geht mit der Entscheidung des Trainers, 2010 zu wechseln, professionell um. Ihn trifft am wenigsten Schuld. Er macht nach wie vor seinen Job zu 100 Prozent und erreicht uns genauso wie bisher. Dass wir seine gute Vorbereitung aufs Spiel nicht umsetzten, dafür kann er nichts. "