Magdeburg. Dieser Punktverlust könnte dem SCM am Ende teuer zu stehen kommen : Durch das enttäuschende Heimremis am Freitagabend gegen den Tabellen-Fünfzehnten Balingen-Weilstetten verlor die Biegler-Truppe im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft erneut an Boden. Mit 36 : 20 Zählern felen die Magdeburger auf den siebten Rang hinter Flensburg ( 36 : 20 ) zurück. Der unerklärliche Einbruch in der zweiten Halbzeit verärgerte Trainer Michael Biegler so sehr, dass er zu drastischen Maßnahmen griff.

Es hätte eigentlich ein schönes, weil freies Wochenende in Familie für die " Gladiators " werden können. Doch die außerplanmäßigen Trainingseinheiten und Aussprachen, die am Samstag und Sonntag folgten, hatten sich die SCM-Spieler durch ihren krassen Ausrutscher im Balingen-Spiel " ja selbst eingebrockt, da dürfen wir uns nicht beschweren ", stellte Chrisitian Sprenger, der erneut nicht richtig ins Spiel gefunden hatte, resignierend fest.

Angesichts des Spielverlaufes, in dem die Magdeburger sich zunächst von ihrer besten Seite zeigten und bis zur Pause einen Neun-Tore-Vorsprung erarbeitete, dann aber binnen kürzester Zeit das Aufgebaute mit dem Hintern wieder einrissen, hatte Trainer Michael Biegler schon kurz nach dem Abpfiff Sonderschichten angekündigt : " Die Auseinandersetzung wird uns das ganze Wochenende beschäftigen. "

Obwohl die erste Halbzeit eigentlich ganz den Erwartungen des Publikums entsprach, sich besonders Heinevetter im Tor sowie Wiegert ( 4 Tore ) auf der Mitte und Böhm ( 5 und damit bester SCM-Schütze ) als Alternative im linken Rückraum positiv in Szene setzten, war dem Cheftrainer bereits einiges böse aufgestoßen : " Schon in der ersten Hälfte war nicht alles Gold was glänzt und es gab einige Disziplinlosigkeiten, die mir nicht gefallen haben. Da meinen einige bei einer höheren Führung, das geplante Programm einfach nach hinten wegwerfen zu können. Die emotionslose Defensivarbeit konnte nur ins Auge gehen und zu einem am Ende noch schmeichelhaften Punktgewinn in eigener Halle führen ", kritisierte Biegler die " fehlende Aggressivität und emotionslose Deckungsarbeit ", die in der zweiten Hälfte zum Desaster führte.

Doch entgegen seiner sonstigen Art, nannte der 48-Jährige in seinem Ärger diesmal auch ein Kind beim Namen : " Das war ein völliger Fehlauftritt von Vasilakis, den ich mir auch so nicht weiter gefallen lasse. " Trotz mehrerer Ansprachen über der Woche haben dessen Einstellung und Körpersprache deutlich werden lassen, nicht mehr decken und sich bewegen zu wollen.

Aber auch eigene Fehler verhehlte der Trainer, der seit seiner Ankündigung, den SCM spätestens 2010 in Richtung Großwallstadt verlassen zu wollen, unter besonderer Beobachtung steht, nicht : " Ich hätte Heinevetter noch zehn Minuten länger drinnen lassen sollen. Der Wechsel kam für Müller zu früh, er konnte der Deckung keine Sicherheit geben. Das kreide ich mir an. "

Die Einwechslungen der Youngster für Kabengele bzw. Vasilakis, die den Eindruck hinterließen, dass sie noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind, rechtfertigte Biegler aufgrund fehlender Alternativen : " Das ging gar nicht anders. " Im Gegenteil, Steinert und Böhm hätten " glücklicherweise noch geholfen ".

So wie Sportdirektor Stefan Kretzschmar (" Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir anfangen alles aufs Spiel zu setzen, was wir uns im Verlauf der Saison erarbeitet haben. ") sieht auch Spielmacher Stian Tönnesen auf der Zielgeraden noch einige Stolpersteine liegen. " Wir müssen aufpassen, dass wir uns in den letzten sechs Spielen nicht noch um den verdienten Lohn bringen. Es bringt nichts, uns gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern wir müssen wieder zu einer Mannschaft werden. "