Augen zu und durch : Unbeeindruckt von den Turbulenzen im Verein, einer schweren Verletzung von Rojewski und zwei Roten Karten haben die Handballer des SC Magdeburg gestern Abend den 17. Saisonsieg eingefahren. 4923 Zuschauer sahen in der Bördelandhalle einen 35 : 29 ( 14 : 14 ) -Sieg über die HSG Nordhorn-Lingen. Dabei zeichnete sich vor allem Theuerkauf ( 14 Tore ) aus. Schon am Samstag ( 15 Uhr ) müssen die Magdeburger auswärts bei der SG Flensburg-Handewitt Farbe bekennen. Von Janette Beck und Rudi Bartlitz

Magdeburg. " Gerade in solchen schwierigen Zeiten zeigt sich, aus welchem Holz eine Mannschaft geschnitzt ist. Wir müssen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und uns eigene Ziele setzen ", hatte Vize-Kapitän Theuerkauf vor der Partie gefordert, " nicht nach links und rechts, sondern nur noch nach vorn zu schauen ".

Doch das war leichter gesagt als getan, denn für den ohnehin im Rückraum geschwächten SCM ( Kabengele, Krause und Vasilakis fehlten verletzt ) gab es kurz nach Anpfiff den nächsten Schock : Rojewski landete beim Torwurf so unglücklich auf dem Fuß eines Gegenspielers, dass er umknickte und mit Verdacht auf eine Unterschenkelfraktur ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Jetzt erst recht lautete die Devise des Gastgebers, der nun, mit nur einem etatmäßigen Linkshänder auf der rechten Seite, improvisieren musste. Doch hinten stand die Deckung stabil, vorne ging die Post ab. Die schnelle 2 : 0-Führung bauten die Magdeburger bis zum 10 : 6 ( 21. Minute ) aus. Doch danach begann der Spielfluss zu stocken, im Angriff wurde gesündigt. Nordhorn kam heran und glich in der 26. Minute zum 11 : 11 aus.

Unruhe und Hektik dann in der Schlussphase der ersten Halbzeit, in der sich die Schiedsrichter in den Mittelpunkt spielten. Die Folge : Sprenger bekam erst zweimal zwei Minuten und sah schließlich Rot.

Nachdem beim 14 : 14 die Seiten gewechselt wurden, blieb es zunächst eng. Und das, obwohl man in doppelter Unterzahl begann. Der SCM blieb am Drücker, Heinevetter lief zur Hochform auf, und der " Hans-Dampf-auf-allen-Positionen ", Theuerkauf, erzielte in der 42. Minute mit seinem achten Treffer das 21 : 18. Acht Minuten später ließ er gar vom Siebenmeterpunkt sein elftes Tor folgen – 28 : 21. Das war die Vorentscheidung in einer äußerst turbulenten Partie, in der Grafenhorst und HSG-Keeper Katsigiannis in der Schlussminute ebenfalls Rot sahen.

Magdeburg : Heinevetter, Müller –, van Olphen 3, Coßbau, Theuerkauf 14 / 7, Tönnesen 2, Jurecki 4, Wiegert, Rojewski 1, Stiebler, Grohmann 4, Böhm 1, Sprenger 2 Grafenhorst 4.

Nordhorn : Gentzel, Katsigiannis – Weinhold 3, Verjans, Sprem 9 / 3, Szücs 3, Myrhol 3, Stojkovic 6 / 4, Karlsson 4, Listerud-Hansen 1, Mickal, Bültmann.

Schiedsrichter : Biaesch / Sattler ( Kriftel / Oberursel ). Zuschauer : 4923. Siebenmeter : SCM 8 / 7, Nordhorn 8 / 7. Zeitstrafen : SCM 8, Nordhorn 8. Rot : Sprenger, Grafenhorst / Karlsson, Katsigiannis.