Magdeburg. Gestern um 9. 00 Uhr prangte die " News " ganz oben und ganz offziell auf der Homepage des Europäische Handballverbandes ( www. eurohandball. com ). Die EHF informierte darüber, dass Steffen Stiebler für das Achtelf nal-R ückspiel des SC Magdeburg gegen Gummersbach im EHF-Cup am Sonnabend ( 15 Uhr / Bördelandhalle ) gesperrt ist. Die EHF-Kommission hatte die mit einer direkten Roten Karte bestrafte Aktion Stieblers gegen VfL-Angreifer Momir Ilic kurz vor dem Abpfff als grobe Unsportlichkeit in der letzten Spielminute gewertet. Ein so ausgelegter Regelverstoß zieht eine Suspendierung des betreffenden Spielers im jeweils laufenden Europacup-Wettbewerb für ein Spiel nach sich.

" Man kann die betreffende Regel sicher so oder so auslegen – aber nachdem, was wir in Gummersbach erlebt und speziell auch an Schiedsrichterleistung gesehen haben, wundert es mich nicht, dass letztendlich nicht zu meinen und damit zu Gunsten des SCM entschieden wurde ", erklärte Stiebler gestern. " Die Sperre ist natürlich sehr ärgerlich und sie spielt sicher Gummersbach in die Karten. Zumal ich denke, dass die nach dem knappen Sieg mit zwei Toren bei den spanischen Schiedsrichtern nicht darum gebettelt haben, dass ich im Rückspiel doch bitte mitspielen darf ", reagierte der SCM-Prokurist sarkastisch auf die Nachricht aus der EHFZentrale, die ihn bereits am Mittwochabend in der Geschäftsstelle erreicht hatte.

Doch auch wenn sein Ausfall die Magdeburger mitten ins Abwehr-Herz trifft, für den 37-jährigen Routinier hat die harte Bestrafung auch einen positiven Nebeneffekt : " Jetzt sind wir erst richtig heiß und haben Wut im Bauch. Zum Glück hat sich die personelle Situation etwas entspannt, weil Theuerkauf und Rojewski inzwischen wieder im Mannschaftstraining stehen. Unser Motto für das Rückspiel kann jedenfalls nur heißen : Na wartet, jetzt erst recht. Und ich bin mir auch sicher, dass Dennis Krause sich aufreiben wird, um die Lücke zu schließen. Dass er das kann, hat er schon gegen Kiel gezeigt. "

Auch Sportdirektor Stefan Kretzschmar hatte gestern noch daran zu knabbern, dass der schriftliche Protest, den der SCM zusammen mit dem international erfahrenen Ex-Schiedsrichter Bernd Lüders formuliert hatte, von der EHF abgeschmettert wurde : " Schade, dass Fernsehbilder als Beweis nicht zugelassen werden, denn es war so, dass der Ball nicht geruht hatte, sondern bereits im Spiel war und Ilic nach dem Stiebler-Foul ja sogar noch einen Wurfversuch hatte. Aber die EHF pocht auf Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter und hat den Protest abgeschmettert. "

Zwar habe der SCM noch die Möglichkeit, dagegen anzugehen, " doch Uwe Stemberg hat uns davon abgeraten, weil die Chance praktisch gleich null ist, denn noch nie hat die EHF eine solche Entscheidung revidiert ", so Kretzschmar, der sich vom deutschen Liga-Spielleiter die Regel und deren unterschiedliche Auslegung auf nationalem und internationalem Parkett noch einmal explizit hat erklären lassen.

Doch genau wie " Stabbel " sieht auch " Kretzsche " den SCM an der Ehre gepackt : " Wir sind schon im Hinspiel beschissen worden und nun will man uns mit der Stiebler-Sperre die nächste Chance aufs Weiterkommen nehmen. Aber nicht mit uns, wir haben nicht umsonst so für die Teilnahme im EC gekämpft ", gibt sich der Ex-Internationale ehrgeizig und baut morgen vor allem auch auf die Unterstützung von den Rängen : " Die Aggressionen sind geschürt, die Halle muss brodeln, wir brauchen unsere Fans. Nach dem Ausscheiden von Lemgo in diesem Wettbewerb ist das Rückspiel am Sonnabend für uns wie ein Finale. Es geht um alles oder nichts, denn – so wie es jetzt aussieht – hat der Gewinner die große Chance auf den Gewinn des Titels. "