Zagreb / Split. Olympiasieger Frankreich gegen Europameister Dänemark, Gastgeber Kroatien gegen Vize-Weltmeister Polen : Die Favoritenrollen vor den heutigen Halbf nalspielen der Handball-WM sind klar verteilt, doch die Außenseiter aus Dänemark und Polen träumen von der Sensation.

" Natürlich ist Frankreich der große Favorit. Aber wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen und noch einmal alles geben ", sagte der dänische Trainer Ulrik Wilbek vor dem ersten Halbfnale heute ( 17. 30 Uhr ) in Split. Die Begegnung gegen den EM-Dritten Frankreich ist eine Neuaufage des Spiels um Platz drei bei der WM vor zwei Jahren in Deutschland. Damals setzten sich die Dänen in Köln locker durch. Daher glaubt auch der Flensburger Linksaußen Lars Christiansen an einen erneuten Erfolg : " Das wird sehr hart. Aber wir wollen ins Finale. "

Bis zur Niederlage im bedeutungslosen abschließenden Hauptrundenspiel gegen Kroatien sind die Franzosen locker durchs Turnier marschiert. Das Selbstvertrauen ist dementsprechend groß, der erste WMTitel seit acht Jahren soll her. " Ich habe jedes Jahr einen großen Titel gewonnen. 2006 die EM, 2007 die Champions League mit Kiel, den Olympiasieg 2008, jetzt zählt der Weltmeistertitel ", meinte Superstar Nikola Karabatic vom deutschen Rekordmeister THW Kiel. Der angeschlagene französische Kapitän Jerome Fernandez ergänzte : " Wir haben Respekt vor Dänemark, aber keine Angst. "

Frankreichs Trainer Claude Onesta warnt unterdessen davor, den Blick schon auf das mögliche Traumfnale am Sonntag gegen Kroatien zu richten. Der 51-J ährige zeigt sich vom schnellen dänischen Tempospiel beeindruckt. Die Dänen seien nicht durch Zufall Europameister geworden, ihr Spiel sei außergewöhnlich schnell, so Onesta. Die Begegnung könnte auch das große Duell der Torhüter Thierry Omeyer ( THW Kiel ) und Kasper Hvidt ( FC Barcelona ) werden.

Noch klarer verteilt scheinen die Rollen im zweiten Vorschlussrundenspiel heute ( 20. 30 Uhr ). Die Polen starteten schwach in die WM, kassierten

in der Vorrunde gegen Titelverteidiger Deutschland eine herbe 23 : 30-Niederlage, schafften mit drei Siegen in der Hauptrunde aber erneut den Sprung unter die Top-Teams. " Damit hatte keiner mehr gerechnet. Ich habe aber immer an meine Mannschaft geglaubt ", sagte Trainer Bogdan Wenta.

Doch gegen den Olympiasieger von 2004 müssen sich die Polen noch einmal gewaltig steigern. 15 200 Zuschauer werden die Gastgeber in Zagreb nach vorne peitschen. Acht Spiele, acht Siege - die WM-Bilanz der Kroaten ist bisher makellos. " Unser Ziel ist Gold. Silber geht gar nicht ", sagte Rückraum-Ass Petar Metlicic. ( sid )