Berlin - " Mit der Nummer eins : Matias Schulz " : Besucher von Testspielen der argentinischen Nationalmannschaft staunten zuletzt nicht schlecht. Im Tor des zweiten deutschen Vorrundengegners ( Sonntag 17. 30 Uhr / live ZDF ) steht ein Mann mit deutschem Namen : Matias Schulz. Der 24-J ährige aus Buenos Aires spielt seit sechs Monaten beim Zweitligisten Dessau und soll die " Gauchos " bei der WM endlich in die Top 12 führen.

" Wir leben in der vierten Generation in Argentinien. Meine Familie ist Ende des 19. Jahrhunderts aus Deutschland dorthin ausgewandert ", berichtet der 1, 90 m große Keeper. Das Gesicht des Schlaks zeigt kaum südländische Züge, der blasse Teint des Herrn Schulz verrät die deutschen Wurzeln. " Argentinische Journalisten sprechen mich immer mit meinem zweiten Vornamen Carlos an. So klingt es mehr nach Südamerika ", erklärt Schulz schmunzelnd.

Im vergangenen Sommer gab sich Schulz mit der bescheidenen Handball-Kost seines Heimatlandes nicht mehr zufrieden und setzte alles auf eine Karte. Über einen spanischen Manager heuerte er bei Zweitligist Dessau an. Dort will er nun seine Chancen auf einen lukrativen Profi vertrag ausloten. " Zurzeit spiele ich nur Handball ", sagt Schulz, der in Buenos Aires ein Studium als Betriebswirt abgeschlossen hat.

Noch immer begreift sich der dreimalige Panamerika-Meister als Handball-Entwicklungsland. Zwar war man bei den vergangenen fünf WM-Endrunden dabei, doch die beste Platzierung blieb der 15. Rang in Frankreich ( 2001 ). " Uns fehlt der Wettbewerb. Auf unserem Kontinent haben wir in Brasilien nur einen gleichwertigen Gegner ", sagt Fernando Sanchez Monteor, Vizepräsident des seit 1921 bestehenden Verbandes.

Bei der WM soll der Knoten platzen. " Mit etwas Glück können wir den Sprung unter die besten zwölf schaffen ", so Schulz.