Magdeburg - Erste Überraschung in der WMVorrundengruppe B. Die Ukraine besiegte gestern Abend die favorisierten Isländer 32 : 29 ( 12 : 13 ) und steht, einen Sieg heute gegen Australien vorausgesetzt, mit einem Bein in der Hauptrunde. Dagegen müssen die Isländer heute Europameister Frankreich schlagen ( Stehplatzkarten noch vorhanden ), um ihre wohl eher nur theoretische Chance für die Hauptrunde zu wahren.

" Die Ukraine war einfach besser. Wer weiterkommen will, muss solche Spiele gewinnen ", so das ernüchternde Urteil des von den Fans mit viel Beifall bedachten Alfred Gislason. Island versäumte es im ersten wirklich packenden Spiel der Vorrundengruppe B, auf Grund eigener Unzulänglichkeiten, in die Hauptrunde einzuziehen. Ein sichtlich angefressener Gislason legte angesichts der zahlreichen technischen Fehler, überhasteter Torwürfe und eines wirkungslosen Rückraumes noch einen drauf : " Wer Frankreich und uns spielen gesehen hat, kann selbst unsere Chancen einschätzen. "

Der trotz des Sieges stets etwas grimmig dreinschauende ukrainische Trainer Sergiy Kushniryuk hingegen lobte sein Team, denn " die wir haben immerhin Island besiegt, das in seinen Reihen eine Vielzahl Weltklassespieler hat. "

Auch wenn das Magdeburger Publikum kein Hehl aus ihren Sympathien für die Nordeuropärer machten – es half nichts. Die 7 : 5-F ührung ( 12. ) der Isländer hatte die Ukraine fünf Minuten später in ein 8 : 7 umgewandelt. Sekunden vor dem Pausenpfi ff hatte Geirsson die Gislason-Truppe noch mit 13 : 12 in die Kabine geworfen – es sollte die letzte Führung in diesem Spiel sein.

Die Ukraine kam wie umgewandelt zurück. Als Kostetski seinen zweiten Siebenmeter in Folge verwandelt hatte, war beim 21 : 16 ( 43. ) eine Vorentscheidung gefallen. Die Isländer fanden keine Mittel mehr, um die immer sicherer werdende ukrainische Deckung auszuhebeln und dem Spiel noch eine entscheidende Wende zu geben.

Bereits am späten Nachmittag hatte das Schicksal für den " Weltmeister der Herzen ", Australien, seinen Lauf genommen. Wie schon gegen Island hatte Australiens Keeper, der Elektro-Installateur Dimitros Varkanitsas, keine Hand ans Leder bekommen. Beim Stand von 7 : 0 für Frankreich musste er Ognjen Latinovic Platz machen, doch auch der Dänemark-Legionär konnte die 10 : 47-Niederlage der " Aussies " nicht verhindern.

Die beiden ersten Gruppenspiele am Sonnabend zwischen Island und Australien ( 45 : 20 ) sowie Europameister Frankreich und der Ukraine ( 32 : 21 ) waren angesichts der Niveauunterschiede und der gestrigen vorentscheidenden Partie um Gruppenplatz zwei von Taktik geprägt : Die Franzosen wie auch die Isländer hatten sich " warmgespielt ", Varianten geprüft und schließlich ihren " zweiten Garnituren " längere Einsatzzeiten gegeben.