Ja, ich gestehe ! Ich verstoße bei dieser WM gegen den Journalisten-Kodex. Aber ich bin eine ehrliche Haut und stehe dazu, dass ich mich durchaus von gutaussehenden Modellathleten mit dem gewissen Etwas, zu denen ich mit meinen 1, 76 Metern, selbst wenn ich hochhackige Schuhe anhabe, noch aufschauen muss, " bestechen " lasse. Und wenn sie wie Grzegorz Tkaczyk, Lars Kaufmann oder Laszlo Nagy auch noch exzellent Handball spielen können, dann um so besser. Bloß gut, dass mein Favorit Marcus Ahlm mit seinen Schweden die Qualifikation verpasst hat, da hätte ich wohl echte Konzentrationsschwierigkeiten bekommen ... Ich bin auch nur eine Frau.

Doch wer denkt, dass diese " Beautys " bei mir im Vorteil sind, hat sich geschnitten. Denn dass sie vielleicht mehr Aufmerksamkeit genießen als andere, kann durchaus hinderlich sein. Spielen sie mal " unterirdisch ", fällt mir das natürlich sofort auf. Und dann können diese Mannsbilder froh sein, dass ich während der WM-Tage nicht " Volksstimme-Noten " geben muss ...

Ich bin auch nicht überparteilich und gebe offen zu, dass ich bei der Heim-WM besonders mit dem deutschen Team und den Magdeburger Spielern mitfiebere. Und das nicht nur aus reinem Selbstzweck, denn als Überbringer von schlechten Nachrichten wird man bekanntlich geköpft und bei mir gehen Berichte über Siege viel leichter über die Laptop-Tastatur als die über Niederlagen. Ich bewundere Kollegen, die ganz cool und abgeklärt vor ihrem Notizblock sitzen und einen gelungenen Kempatrick in graue Statistik verwandeln. Ich freue mich über schöne Tore und tue meine Begeisterung auch schon mal mit einem " Ja " oder " Geil " und der Beckerfaust kund. Dann ziehe ich verdutzte oder auch strafende Blicke auf mich, und schäme mich ein bisschen für meinen Verstoß gegen die Journalisten-Ehre. Und so gelobe ich, dass ich mich etwas zurücknehme. Aber nur bis zum Finale ...